Original paper

Ueber die Zusammensetzung des Kjerulfins.

Rammelsberg, C.

Kurzfassung

Vor einigen Jahren wurde zu Bamle in Norwegen durch Rode ein neues Mineral aufgefunden und Kjerulfin genannt. Es ist ein fluorhaltiges Magnesiaphosphat gleich dem Wagnerit und bisher nur von Fr. v. Kobell untersucht worden. Nach Abzug von 1,5 pCt. Kieselsäure und 5,4 pCt. Thonerde und Eisenoxyd war das Resultat: [...] Hierzu machte ich die Bemerkung, die Analyse könne nicht richtig sein, weil sie keinen Ueberschuss zeige. Es müssen also Verluste stattgefunden haben. Die von v. Kobell für den Kjerulfin aufgestellte Formel 2 Mg3 P2 O8 + Ca Fl2, wobei letzteres etwas Na Fl enthalten soll, entspricht auch der Analyse durchaus nicht. Dies folgt schon daraus, dass in letzterer die Atome von Na : Ca : Fl = 1 : 2,7 : 5 sind, während sie = 1 : 2,7 : 6,4 sein sollten. Ferner sollte Fl : P = 1 : 2 sein, während sie der Analyse zufolge = 1 : 2,37 sind. Auch M. Bauer hat seine Zweifel an Kobell's Analyse ausgesprochen. Im Folgenden theile ich die Resultate eigener Versuche am Kjerulfin mit, dessen Masse homogen erschien und nur mit Rutil hier und da verwachsen war. Das V. G. fand ich = 3,140. Die Analysen wurden in verschiedener Art ausgeführt. Zur Fluorbestimmung diente eine mit Kieselsäure und kohlensaurem Natron geschmolzene Probe. Zur Ermittelung von Phosphor, Magnesium und Calcium wurde die Chlorwasserstoffsaure Lösung, von dem Unaufgelösten getrennt, mit Schwefelsäure erhitzt, mit wenig Ammoniak, einer Lösung von schwefelsaurem Ammoniak und mit viel absolutem Alkohol versetzt. Während Kalk und Magnesia gefällt wurden. blieb die Phosphorsäure aufgelöst.