Original paper

Über ein Exemplar von Scolecopteris elegans aus dem Hornstein von Altendorf

Sterzel, J. T.

Kurzfassung

Beifolgende Zeichnung stellt ein Scolecopteris - Exemplar (Palaeojulus dyadicus Gein.) dar, welches ich erst nach Druck meiner Arbeit über diesen Gegenstand (diese Zeitschr. 1878 pag 417 ff. Taf. XIX.) fand. Wenn nun auch, wie ich auf Grund zahlreicher Zuschriften annehmen darf, meine Untersuchungsresultate Anerkennung fanden, so bedaure ich doch, das schöne Belegstück nicht früher gefunden zu haben. Seine Darstellung hätte nach gewissen Richtungen hin viel leichter, als die entsprechenden Abbildungen meiner Arbeit die Richtigkeit meiner Ansicht zu erhärten vermocht. - Da ich nicht weiss, wie lange Zeit vergehen wird, ehe ich den zweiten Theil meiner Arbeit, welcher die beifolgende Abbildung bringen soll, fertig stellen kann, sende ich Ihnen vorläufig diese Copie. Das dargestellte Exemplar ist eins von den wenigen, welche die Blättchen noch an der Rhachis sitzend zeigen. Letztere ist 2 Mm. dick und bis auf 10 Mm. Länge fast vollständig erhalten. Sie trägt 6 lineale, an der Spitze abgerundete Blättchen, deren Rand und Spitze rückwärts umgerollt sind. Die Blättchen sind alternirend inserirt, 5 Mm. lang und 3 Mm. breit. Die Seitennerven bilden mit dem Mittelnerven einen Winkel von ca. 60° und sind meist einfach; nur an 2 Nerven ist eine einmalige Gabelung wahrzunehmen. Auch die hier vorliegenden Blättchen sind, wie dies bei dem fraglichen Petrefact meist der Fall ist, in der Richtung des Mittelnerven zerrissen und zeigen so die Trennung der Blatthälften in zwei ,Paläojulen". Der gerollte Zustand der Blättchen mag die Ursache sein, dass ein derartiges Aufspalten in Folge eines Druckes leicht möglich war. Die vorliegenden Blättchen sind, wie ein Vergleich leicht ergiebt, ganz dieselben, wie die vereinzelt in dem betreffenden Hornstein auftretenden und in meiner Arbeit abgebildeten Blättchen. Und wenn Sie dieselben mit den Geinitz'schen ,Paläojulen" in ,Isis" (1872) Taf. I. Fig. 4 a. (besonders mit dem gepaarten ,Palaeojulus" rechts unten) vergleichen, so werden sie sich von der vollen Uebereinstimmung nach Form, Grösse und Nervation leicht überzeugen. - Palaeojulus dyadicus Gein. ist und bleibt eine Pecopteris-artige Marattiacee.