Original paper

,Ueber tetraëdrische Hemiëdrie"

Sadebeck, A.

Kurzfassung

In meiner Abhandlung ,Ueber tetraëdrische Hemiëdrie", diese Zeitschr. Bd. XXX., hatte ich den Manganit nicht herbeigezogen, da ich von seiner holoëdrischen Natur überzeugt war. Nachdem ich nun den Artikel des Herrn Groth über Manganit in ,der Mineraliensammlung der Universität Strassburg" gelesen habe, scheint mir die holoëdrische Natur des Manganits ausser Zweifel zu stehen. Die Auffassung des Herrn Groth kann ich Wort für Wort unterschreiben, und es ist recht interessant, dass er gerade dieselben Beziehungen anführt, um die holoëdrische Natur des Manganits zu beweisen, welche ich beim Diamant hervorgehoben habe. Zunächst sind bei beiden Mineralien als Seltenheit tetraëdrische Formen beobachtet und da, wie Herr Groth pag. 88 sagt, die Hemiëdrie sich bekanntlich stets auf die ganze Formenreihe eines Minerals erstreckt, muss man die vereinzelten hemiëdrischen Formen für Ausbildungsformen erklären. Ganz in derselben Weise habe ich mich beim Diamant ausgesprochen nnd mich aus demselben Grunde gegen die Tetraëdrie des Titaneisens erklärt. Die zweite Analogie in der Krystallisation von Manganit und Diamant ist die Furchenbildung. Die Furchen des Manganits, welche parallel der Längsfläche (100) verlaufen, könnten nur dann eine Folge von Zwillingsbildung sein, wenn der Manganit hemiëdrisch wäre, und es müssten dann die Flächen eines und desselben Tetraëders die Lage der Flächen eines vorderen oder hinteren schiefen Prismas im monoklinen System haben. Nun hat Herr Groth nachgewiesen, dass die Flächen beiderseits in der Furche einspiegeln, man es also mit einer lediglich tektonischen Erscheinung zu thun hat. Dieselbe besteht in einer schaligen parallelen Anlagerung nach der Längsfläche, welche sich öfter wiederholt, wie ich an Manganiten des Kieler Museums beobachtet habe.