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Über Erze von einem neuerdings gemachten Aufschluss von Bleierzen aus dem Buntsandstein von St. Avold in Deutsch-Lothringen

Hauchecorne

Kurzfassung

Das Erzvorkommen im Buntsandstein der dortigen Gegend ist ehemals bei St. Avold, Longeville, Hargarten und Falk Gegenstand eines ausgedehnten bergmännischen Betriebes gewesen, zuletzt einige Zeit vor der französischen Revolution. Seitdem im Freien gelegen, ist es vom Redner im Jahre 1857 für die Rheinische Kupfergesellschaft aufgenommen worden, welche einige Jahre hindurch ein im Hochwald bei Longeville auftretendes 2 bis 2 1/2 M. mächtiges Sandsteinflötz mit gesäuerten Kupfererzen ausgebeutet und diese an Ort und Stelle durch Auslaugen mit Salzsäure und Fällen des Cementkupfers mit Eisenblech vorteilhaft zu Gute gemacht hat. Die Kupfererze sind Malachit und Kupferlasur in feiner Vertheilung im Sandstein, ganz ähnlich denjenigen von Wallerfangen bei Saarlouis, Commern und Vlatten in der Eifel und Twiste im Waldeck'schen. - Der Betrieb im Hochwald musste später wegen Ausgehens der Erze eingestellt werden. Das Vorkommen von Bleierzen im Bleiberg bei St. Avold, demjenigen im Buntsandstein der Eifel, insbesondere den Erzen von Manbach mit vorherrschendem Weissbleierz in feiner Vertheilung im Sandstein sehr ähnlich, wurde, obgleich ziemlich viel versprechend, nicht in Angriff genommen, da der Bergbau durch die unmittelbare Berührung der Stadt St. Avold zu sehr erschwert worden wäre. Nach längerem Stillstand ist nun neuerdings im Castelberg bei Longeville eine Reihe von Aufschlüssen gemacht werden, welche dort das Vorhandensein eines zu einem lohnenden Bergbau geeigneten Erzlagers nachzuweisen scheinen. Nach den Mittheilungen der jetzigen Besitzer soll das 6 bis 7 M. mächtige Erzlager über der Dolomitbank, welche den Vogesensandstein nach oben begrenzt, sich in flacher Lagerung im oberen Buntsandstein über einen ausgedehnten Flächenraum ausbreiten. Auch hier ist der Bleierzgehalt des Buntsandsteins nicht in Knotten, wie in Commern, concentrirt, sondern im Gestein fein eingesprengt und mitunter dicht angehäuft. Bleiglanz tritt sehr zurück, vorherrschend ist Weissbleierz. Die im Laboratorium der Bergakademie untersuchten Erzstücke, welche nicht zu den reichsten unter den vorliegenden gehören, gaben einen Bleigehalt von 1 1/2 bis über 20 pCt. Der Silbergehalt wurde hier nicht bestimmt; er soll nach Mittheilung der Besitzer 43,2 Gramm in 100 Klo. oder 1,3 Loth im Centner Werkblei betragen.