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Über einige cambrische Diluvialgeschiebe vor mit folgenden Bemerkungen:

Dames

Kurzfassung

Obschon unter den Geschieben unserer norddeutschen Ebene nicht gerade selten, ist doch in der Literatur keine Erwähnung geschehen von harten Sandsteinen mit parallelen Röhren, welche auch durch Sandstein ausgefüllt sind. Jedoch lässt verschiedene Farbe oder verschiedenes Korn des ausfüllenden Sandsteins die Röhren leicht wahrnehmen. Derartige Bildungen sind seit langer Zeit aus cambrischen Bildungen Nordamerica's (Potsdamsandstone) und Englands (Stiperstones) bekannt und von Hall und Salter als Scolithes linearis beschrieben worden. Man hat, nachdem die ursprüngliche Ansicht, man habe es mit Algen zu thun, aufgegeben war, diese Körper mit Röhren von bohrenden Würmern in Beziehung bringen wollen. Abgesehen von anderen Bedenken ist aber gegen diese Deutung einzuwenden, dass alle diese Röhren parallel verlaufen und nicht einzusehen ist, weshalb bohrende Würmer, namentlich wenn sie so dicht gelebt haben, wie die Scolithes-Röhren bedingen, nie eine Nachbarröhre getroffen haben sollten. So lange dieselben nur aus oben erwähnten Gebieten bekannt waren, liess sich die Herkunft unserer Geschiebe schwer erkennen. Später aber hat Torell dieselben auch aus den cambrischen Quarziten Schwedens (Hardeberga-Sandstein) namhaft gemacht, und kann man demnach die diluvialen Vorkommen als einst diesen Ablagerungen zugehörig ansehen. - Funde derartiger Geschiebe sind bekannt geworden von Rixdorf und Charlottenburg, von Buckow, von Hamburg und von Sassnitz auf Rügen. Ferner ist es von Interesse, dass von cambrischen Gesteinen aus der Atheilung der Alaunschiefer unter unseren Diluvialgeschieben ausser den wohlbekannten mit Agnostus pisiformis etc. auch andere vorkommen, wie ein vorgelegtes Stück mit zahlreichen Exemplaren von Peltura scarabaeoides Wahlenberg sp. beweist. Dieser Trilobit gehört nach Nathorst den oberen Lagen der Alaunschiefer an, ein Beweis, dass mehrere der in Schonen unterschiedenen Horizonte auch in unseren Geschieben zu verfolgen sind. Bisher sind mir solche Geschiebe nur von Rixdorf und Neustadt-Eberswalde (hier durch Herrn Remelé gesammelt) bekannt geworden.