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Über Aphrosiderit von Striegau in Schlesien:

Websky

Kurzfassung

Unter den mannigfaltigen Körpern, welche sich in den Drusenräumen des Granites von Gräben, westlich Striegau in Schlesien finden, zeichnet sich durch die hohe Concentration des Eisengehaltes der Strigovit aus, dessen sorgfältige Analyse ich im XXV. Bande (1873) pag. 308 dieser Zeitschrift mittheilte und auf den Ausdruck H2 R2 R Si2 O10 + H2O zurückführte. Es findet sich an der genannten Localität aber noch ein zweites, analog zusammengesetztes Mineral, welches bisher für Biotit angesehen wurde, mit dem es eine gewisse Aehnlichkeit hat, das aber seiner Zusammensetzung nach zum Aphrosiderit zu stellen ist. Es nimmt eine etwas ältere Stellung in der paragenetischen Reihenfolge der Drusenräume ein; während der Strigovit mit Epidot, Turmalin, Axinit, Flussspath ein Zwischenglied zwischen den Zeolithen und den Krystallen des Quarzes und der Feldspäthe bildet, schliesst sich der Aphrosiderit enger an die letzteren an und erscheint in grösseren Nestern eingekeilt in dunkelfarbigen Quarz, trüben, grünlichen Orthoklas und Albit; diese nicht gerade häufig vorkommenden Partieen, welche von dünnen, aus einem wirklichen Glimmer bestehenden, gleichmässig zerstreuten Lamellen unterschieden werden müssen, spalten nach einer oder wenigen Richtungen in kaum biegsame, bröckliche Lamellen von unebener Oberfläche; ihre Farbe ist fast schwarz, in äusserst dünnen Blättchen schwärzlich durchscheinend; diese letzteren zeigen undeutlich und nur spurenweise das Axenbild optisch einaxiger Krystalle; die Spaltflächen sind theils glasglänzend, theils schimmernd; das Pulver ist graugrün und die Härte unter der des Steinsalzes.