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Über die aus dem Bohrloche No. VII. bei Gross-Ströbitz geförderten Tertiärversteinerungen

Speyer, O.

Kurzfassung

Ein besonderes Interesse bietet der genannte Bohrversuch in der gänzlich abweichenden Schichtenfolge der durchsunkenen Tertiärbildungen gegen diejenige am Priorfliess bei Cottbus, worüber der Vortragende früher Mittheilung gegeben (siehe diese Zeitschr. 1878 pag. 534) und welche Localität kaum eine halbe Stunde in südöstlicher Richtung von Gross-Ströbitz entfernt liegt. - Während nämlich bei jenem Bohrversuche zwei Hauptkohlenflötze von je 9 und 10 M. Mächtigkeit bei 40,78 bezw. 52,70 M. Teufe durchsunken wurden, hat man im Bohrloche VII. bei Gross-Ströbitz bei 45,48 M. Teufe nur eine 0,1 M. mächtige Kohle angetroffen, dahingegen bei 120,10 M. des Hauptkohlenflötzes eine Knörpelkohle von 4,31 M. Mächtigkeit durchteuft, und zwischen beiden Braunkohlenlagern eine abwechselnde Schichtenfolge von z. Th. hellgrauen, z. Th. graubraunen, plastischen Thonen mit feinen grauen Sanden durchsunken. Unterhalb des Hauptflötzes wiederholt sich ein gleicher Schichtenwechsel mit einer Gesammtmächtigkeit von 46 M., bis sich bei 170,30 M. Teufe die versteinerungsführende Schicht, bestehend in einem 4 M. mächtigen, bräunlich grauen, sandigen Thone mit Kalksteingeröllen und Schwefelkiesknollen einstellt. Am Priorfliess wurde zwar bei ungefähr gleichem Niveau als das angegebene die erste Petrefacten-führende Schicht erbohrt, allein ihre Mächtigkeit betrug 26 M. und bestand aus einem grauen, feinen glimmerreichen Sande, welchem bei 180 bis 183 M. glaukonitische Thone mit Kalkknollen und Schwefelkies folgen, welche auch Versteinerungen enthielten und einem etwa 6 M. mächtigen, grünlich grauen Kalksteine aufgelagert sind, welcher wahrscheinlich der Kreide angehört, und unter welchem alsdann bis zu 338 M. Teufe der Gypskeuper erbohrt worden ist.