Original paper

Cryphaeus rotundifrons Emmr. aus dem Zorger Schiefer des südlichen Unterharzes.

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Das an Originalexemplaren der Universität und Bergakademie verglichene und bestimmte Petrefact liegt in einem Rollstück eines durch Eisenoxyd intensiv roth gefärbten, sehr dichten, flachmuschlig brechenden Grauwackensandsteins, dessen einzelne Körnchen auch unter der Lupe unsichtbar bleiben. Der Vortragende erhielt dasselbe durch Herrn Director Webers in Ilsenburg zugesandt mit einem Fundbericht des Grubensteigers A. Hoppe auf dem Annastolln bei Sülzhayn, worin letzterer mittheilt, dass er das Rollstück ,vor Jahren ,bei Anlage der Kohlen-Wäsche am Annastolln in dem zu ,diesem Zwecke etwas ausgegrabenen Bette des Tostborn- ,Baches, etwa 40 M. vom Stolln-Mundloche thaleinwärts fand. ,Dasselbe lag in losem, angeschwemmtem, rolligem Gebirge, ,welches meist aus Porphyr-Brocken, thonigem Sandstein und ,rundgewaschenen Gonglomerat-Stücken bestand, im Ganzen ,sehr eisenschüssig war, und in welchem gleichzeitig röhren- ,förmige Stücke concentrisch-strahligen Eisensteins in lettig- ,thoniger Masse gefunden wurden." Da dieser Bericht ganz unzweideutig eine Alluvialablagerung des nur eine starke Viertelstunde oberhalb der Fundstelle im Zorger Schiefer bei Rothensütte entspringenden Tostborns erkennen lässt, deren hauptsächliches Material Porphyrit-Schutt und solcher aus den Sandsteinen oder Conglomeraten der Steinkohlenformation, aus der allerunmittelbarsten Umgebung stammt, so kann gegenüber der von der Herkunft des Rollstücks gegebenen Deutung höchstens die Frage aufgeworfen werden, ob dasselbe nicht aus den Conglomeraten der Steinkohlenformation ausgewaschen sei.