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Über den Einfluss der Erdrotation auf die Veränderung der Flussläufe.

Dulk

Kurzfassung

Aus den durch Friedrich Hoffmann angeregten Forschungen nach den ursprünglichen Flussläufen der norddeutschen Tiefebene, und namentlich aus den letzten Bearbeitungen dieses Gegenstandes durch Herrn G. Berendt und Herrn A. Berghaus (Gäa 1877, 5. Heft) gehe hervor, dass die 3 Hauptströme, die Elbe, die Oder und die Weichsel aus ihren ursprünglichen, ungefähr OSO.-WNW. gerichteten Thälern nach Norden ausgebogen sind, um entweder die nördliche Richtung beizubehalten, wie die Weichsel von Fordon bis Danzig, oder wie die Elbe und die Oder nach kurzem nördlichen Laufe wieder in ein zweites, dem ursprünglichen ungefähr paralleles, Thal einzubiegen. Diese Ausbiegung nach Norden, oder im Sinne des Flusses nach Rechts, sei nach Berghaus bei der Weichsel noch in historischer Zeit geschehen. Derselbe erwähnt nämlich, dass das heutige Weichselthal von Fordon bis Ostrometzkow in früherer Zeit verschlossen war, und dass alte polnische Chroniken von einem in dieser Gegend gelegenen, der Schwarze See genannten, Binnenmeere berichten, dessen Wasserüberfluss durch die breite Thallinie abgeführt wurde, welcher gegenwärtig der Bromberger Kanal, die Netze, Warthe und Oder folgen. Aus diesen Thatsachen, meinte der Vortragende, gehe hervor, dass die Veränderungen dieser drei Flussläufe in gleichem Sinne erfolgt seien. Es läge daher nahe, dieselben auf eine gemeinschaftliche Ursache zurückzuführen, und als solche könne der Einfluss der Erdrotation gelten. Die Annahme einer Hebung oder Senkung des Landes als Ursache sei wenigstens unthunlich, da die Veränderung des Weichsellaufes noch in historische Zeit falle.