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Ueber einige neue Versteinerungen aus dem Kalk der Eifel.

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Eine Durchsicht der im Besitz der geologischen Landesanstalt befindlichen Versteinerungen aus rheinischen Devonschichten, welche ich in letzter Zeit behufs Auswahl einer zur Aufstellung bestimmten Suite ausgeführt habe, hat zur Auffindung einer Anzahl bisher unbekannter Formen geführt. Von diesen sollen im Folgenden 3 interessante Arten aus dem Kalk der Eifel beschrieben werden. Goniatites crispiformis Kays. Taf. V. Fig. 1. Goniatiten gehören im eifler Mitteldevon zu den Seltenheiten. Ueberhaupt kannte man bis jetzt, soviel ich weiss, aus dem eifeler Kalk nur 2 Typen, nämlich Gon. evexus v. Buch - eine Art, die von ihrem Begründer (v. Buch, Ammonit. und Goniatit. pag. 33. t. 1. f. 3 - 5) für ein grosses, seiner Zeit in der Bronn'schen Sammlung befindliches, von Pelm bei Gerolstein stammendes Fragment aufgestellt wurde - und Gon. subnautilinus Schl., den die Brüder Sandberger (Rhein. Schichtensyst. Nass. pag. 117) von Gerolstein anführen. Die letztere Art ist mir aus der Eifel nicht aus eigener Anschauung bekannt; der ersteren dagegen möchte ein grosser Goniatit angehören, den ich vor längeren Jahren in der Krantz'schen Sammlung in Bonn sah und der seitdem in den Besitz des Breslauer Museums übergegangen ist. Derselbe stimmt in seiner allgemeinen Gestalt, seiner ungewöhnlichen Grösse und im Bau der Kammerwand sehr gut mit dem grossen Gon. expansus Vanux. aus den Marcellusschiefern von New-York überein (vergl. Hall, Pal. N.-York, Illustr. Devon, foss. pl. 66 - 68). Bei der aus diesen Mittheilungen ersichtlichen Seltenheit der Goniatiten im Eifler Mitteldevon ist jede Erweiterung unserer Kenntniss derselben von Interesse. Ich war daher sehr erfreut, als eine dicke, breitrückige, durch seitliche Rippen und Höcker ausgezeichnete, grosse Schnecke, die mit der Steininger'-schen Sammlung in den Besitz unserer Anstalt gelangt und auf der begleitenden Etikette als ,Euomphalus sp. von Schönecken (bei Prüm)" bezeichnet war, sich nach langem Präpariren endlich als ein bisher unbekannter Goniatit zu erkennen gab.