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Ueber mechanische Gesteinsumwandlungen bei Hainichen in Sachsen.

Rothpletz, August

Kurzfassung

In dem Nachfolgenden soll die Rede sein von Conglomeraten, deren Gerolle zum Theil zerdrückt, verschoben und mit Eindrücken versehen sind, und von krystallinischen Schiefergesteinen, welche dadurch ein breccienartiges Gefüge erhalten haben, dass sie in einzelne grössere und kleinere Stücke zerrissen, und diese Stücke verrückt und durcheinander geschoben worden sind. Es wird sich dabei ergeben, dass diese Eigentümlichkeiten jener Conglomerate und Schiefergesteine ihre Entstehung den bei der Gebirgsbildung thätigen, mechanisch wirkenden Kräften verdanken, welch' letztere theilweise zugleich die in diesen Gesteinen vor sich gehenden, chemischen Veränderungen beeinflussten oder auch erst hervorriefen. Wir bezeichnen alle diese Veränderungen demgemäss als mechanische Gesteinsumwandlungen, unter welchen wir nicht bloss Veränderungen in der Härte, Biegsamkeit, Structur u.s.w. der Gesteine, sondern auch solche in der chemischen Zusammensetzung verstehen, sobald diese letzteren wesentlich durch mechanisch wirkende Kräfte hervorgebracht oder eingeleitet sind.