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von Gotthardtunnel-Gesteinen

Stapff, F. M.

Kurzfassung

Einige der von Herrn O. Meyer im XXX. Band 1. Heft dieser Zeitschrift mitgetheilten mikroskopischen Untersuchungen von Gotthardtunnel-Gesteinen habe ich wiederholt, und erlaube mir Ihnen im Folgenden die dabei gewonnenen Erfahrungen zu resumiren. Zirkon. Der chemisch analytische Nachweis von Zirkonerde auf dem 1. c. pag. 11 angegebenen Wege wollte mir nicht glücken. Doch schreibe ich dies lediglich dem Umstand zu, dass mir keine Gebläselampe zur Verfügung stand, so dass die versuchte Schmelzung des Gesteinspulvers mit kohlensaurem Natron-Kali (über einer Berzeliuslampe) nur zu Frittung führte. Dagegen gelang es, Zirkonkryställchen als solche aus dem Hornblendegestein No. 99 von der Südseite auszuschlemmen. Das mit sehr verdünnter Schwefelsäure angefeuchtete Gesteinspulver wurde zu 4 wiederholten Malen tagelang der Einwirkung von gasförmiger Fluorwasserstoffsäure ausgesetzt; vor jeder neuen Behandlung die Flüssigkeit über demselben zur Trockniss eingedampft; damit so lange fortgesetzt, bis der Rückstand durch und durch weiss und ohne graue Punkte von unzersetztem Gestein erschien. Dann wurde er mit doppeltschwefelsaurem Kali geschmolzen und mit kaltem Wasser ausgelaugt. Aus dem Ungelösten liess sich mit Leichtigkeit ein schweres ziegelrothes Pulver ausschlämmen, welches vor dem Löthrohr die Eigenschaften von Zirkon zeigt, sich auch unter dem Mikroskop deutlich als aus Krystallfragmenten von solchem bestehend erweist. Dieselben sind in auffallendem Licht schön hyacinthfarben, in durchfallendem je nach Dicke honiggelb, kolofoniumfarben, röthlich. Oberflächlich sind sie (wohl durch Einwirkung der Flusssäure) rauh, wie angeätzt, so dass ihr glasiger Glanz zu Fettglanz sich neigt.