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das Granitmassiv der Königshainer Berge (NW. Görlitz)

Neubauer, P.

Kurzfassung

Das Gebiet des eigentlichen Königshainer Granits fand ich etwas umfassender, als das der sog. ,Königshainer Berge"; es beginnt beim Dorfe Liebstein, zieht sich an dem, die linken Uferhöhen des weissen Schöps bildenden Thonschiefer bis Torga hin, tritt hier, den Limasberg zusammensetzend, etwas zurück und bleibt durch einen Streifen des Diluviums (welches im Thale von Torga bis Ullersdorf sich ausdehnt) von den Thonschiefern getrennt. Von Ullersdorf wendet sich die Grenze über Altendorf, Seyfersdorf und Arnsdorf nach Döbschütz hinüber, geht über Dittmannsdorf nach Biesig, Mangelsdorf und zieht sich um die ,Mangelsdorfer Berge" und den nordwestlichen Theil des Kämpfenberges herum, um nunmehr über Ober-Königshain am Todtenstein und Schwalbenberge vorbei nach Liebstein zurückzukehren. Der Granit wird der Hauptmasse nach aus grauem Quarz, gelblich weissem Orthoklas, schwarzem Glimmer und spärlichem Plagioklas gebildet. Das Gestein ist meist gleich- und grobkörnig, in frischem Zustande von grauer, oberflächlich in der Regel von braungelber Farbe; mehrfach (bei Mangelsdorf, am Schwalbenberg, am Hochstein, am Fürstenstein) erscheint es porphyrartig durch Ausscheidung von grösseren Feldspath-Individuen. Schriftgranit ist nicht selten in der Umgebung von Drusen. Stellenweise sind dem Granit grosskörnige Partieen eingeschaltet, in denen häufig der Glimmer grosse, entweder in dicken Päckchen eingelagerte, oder die Feldspäthe kastenartig durchsetzende Blättchen bildet. Bemerkenswerth ist der Reichthum an Drusen. In diesen, sowie in den das Gestein häufig durchsetzenden Quarzgängen wurden bisher gefunden: Quarz, Hyalith, Orthoklas, Oligoklas, Albit, Mikroklin, Kaliglimmer, Magnesiaglimmer, Chlorit, Epidot, Zirkon, Beryll, Turmalin, Fluorit, Xenotim, Magneteisen, Eisenglanz, Brauneisen, Rutil, Anatas, Wolframit, Molybdänocker, Molybdänglanz. Ueberraschend verbreitet durch das ganze Königshainer Gebirge ist der Mikroklin in Verwachsung mit Albit.