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Über die Bildung von Salzlagerstätten

Ochsenius, Karl

Kurzfassung

Pospny's Theorie über die Bildung von Salzlagerstätten, der Richthofen'schen Lösserklärung nachgebildet, hat sich nun auch für das hiesige abflusslose Becken als total irrig erwiesen. Die von ihm als nicht existirend betrachteten primär abgesetzten Salzlage habe ich hier im Becken aufgefunden und eins näher untersacht, soweit es die knapp bemessene Zeit gestattete. Es findet sich östlich von Nephi, das einige engl. Meilen südlich von Salt Lake City liegt, in einem Querthale des Gebirgszuges der Wahsatchkette, dem sog. Saltcreekcañon. Gleich beim Eingang in das Thal erblickt man rechts ca. 80 Meter hohe Gypsfelsen mit den bekannten steilen Wänden. Der Gyps ist feinkörnig, weiss mit grauen Adern und enthält auch späthige reine Partieen. Er ist überlagert und überragt von rothem nicht allzufestem sehr thonigen Sandstein von feinem Korn. An der linken (nördlichen) Seite des Thales wechsellagern graue, gelbe und bräunliche Schiefer (man glaubt Dolomit und Stinkstein vor sich zu haben), die von rothen Lagen hier und da gebändert erscheinen. Auch bituminöse Schiefer mit fein eingesprengtem Kupfer- und Schwefelkies kommen vor. Ein Quarzconglomerat, zum Theil mit mehr als fussdicken Brocken, scheint das Liegende, namentlich am Ostabhange des Thales, zu bilden. Der rothe Sandstein tritt etwas weiter als 5 engl. Meilen weiter östlich an einigen Stellen auch auf die nördliche Seite, wo grauer, sehr thoniger Sandstein vorherrschend ist. Beide sind durch die atmosphärischen Wasser in einer so eigenthümlichen Weise gefurcht, dass ihr Ansehen ausserordentlich bizarr ist. Während der rothe, massig, ohne erkennbare horizontale Schichtung, durchgängig vertical tief und scharf eingeschnitten ist, erscheinen die Wände des grauen aus regelmässig gefurchten Paraboloiden, oft in auffallend regelmässiger Anordnung übereinander gesetzt, zu bestehen. Die Schichten fallen im Allgemeinen nach SO. ein.