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Über die älteste fossile Fauna des Harzes

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

In meiner Abhandlung über die älteste fossile Fauna des Harzes habe ich unter den Beweisen für den devonischen Charakter der hercynischen Fauna auch das Vorkommen von Bronteus-Formen mit Spitzen-Anhängen am Pygidium angeführt. Ich ging hierbei von der Meinung aus, dass die Arten jener ausgezeichneten kleinen Gruppe (Br. thysanopeltis und clementinus Barr., acanthopeltis Schnur, Barrandei Hebert) ausser in den hercynischen Schichten Böhmens und des Rheins nur in echt devonischen Ablagerungen (Eifel, Ardennen etc.) aufgefunden worden seien. Wie ich indess vor Kurzem gesehen habe, hat Herr De Koninck bereits vor einigen Jahren (Fossiles paléoz. d.l. Nouv. Galles du Sud, Bruxelles 1876 pag. 58, Atl. pl. 1. f. 10.) aus viel älteren, von ihm zum unteren Obersilur gerechneten Schichten von Neu-Süd-Wales einen Bronteus-Schwanz abgebildet, der möglicherweise derselben Gruppe angehört. Auch bei der australischen Art-Br. goniopeltis De Kon. - trägt nämlich der Rand des Pygidiums eine Reihe breiter, stumpfer Spitzen. Freilich ist es mir aus der (in nebenstehendem Holzschnitte wiedergegebenen) Abbildung De Koninck's nicht ganz klar geworden, ob man es hier mit wirklichen Anhängen, wie bei thysanopeltis und seinen Verwandten, oder nur mit spitz endigenden Rippen zu thun hat. Ein augenfälliger Unterschied der devonischen Arten von der australischen Silurart liegt, ganz abgesehen von der schmalen, leistenförmigen Gestalt ihrer Schwanzrippen, in der Stachelform der Anhänge, wie das die nebenstehende Abbildung des Schwanzes von thysanopeltis zeigt. Dennoch würde dieser Unterschied, falls die Schwanzzacken der australischen Art wirkliche Anhänge darstellen, keine wesentliche Bedeutung haben, da bekanntlich auch die ganz ähnlichen Anhänge der Cryphäen bald Stachel- bald lappenförmig sind. Wenn es sonach möglich ist, dass die Formenreihe des Br. thysanopeltis ihre Vorläufer schon im echten Silur hat und demgemäss nicht den ausschliesslich devonischen Charakter besitzt, welchen ich ihr zuschrieb, so freue ich mich, dafür auf eine von mir bisher nicht beachtete Eigenthümlichkeit einer anderen Trilobitengruppe der hercynischen Bildungen hinweisen zu können. Dieselbe betrifft die Cheiruren dieser Ablagerungen.