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Über einige seltene Zwillingsverwachsungen, an den im Granitit des Scholzenberges bei Warmbrunn in Schlesien eingewachsenen Orthoklasen

Klockmann, Friedrich

Kurzfassung

Gestatten Sie mir eine vorläufige Mittheilung über einige seltene Zwillingsverwachsungen, an den im Granitit des Scholzenberges bei Warmbrunn in Schlesien eingewachsenen Orthoklasen beobachtete. An diesem Fundort bildet der monosymmetrische Kalifeldspath den vorwaltenden Gemengtheil des durch ihn porphyrartig entwickelten Granitits. Die einzelnen Krystalle sind rings herum wohl ausgebildet und ebenflächig; selten nur haben sie durch eingedrungene Gesteinsmasse eine rauhe Beschaffenheit angenommen, dagegen zeigen sie sehr häufig Einlagerungen von weissem Oligoklas. In einem Falle konnte auch die sonst nur spärlich vorkommende Umrandung eines Plagioklases durch Orthoklas constatirt werden. Die Grösse der eingewachsenen Krystalle beträgt gegen 2,5 Cm., doch erlangen sie auch Dimensionen von 6 Cm. und darüber. Nur ganz untergeordnet erscheint der Orthoklas des Scholzenberger Granitits in einfachen Individuen. Ist dies aber der Fall, so ist derselbe durch das constante Vorwalten der Flächen P = o P (001) und M = infinity sign P infinity sign (010) rectangulär-säulenförmig ausgebildet. Ungleich häufiger kommen Zwillinge nach dem karlsbader Gesetz vor. Nicht viel seltener, ja vielleicht ebenso häufig, sind Verwachsungen nach dem Bavenoer Gesetz. Zu den von Rosenbusch aufgeführten Fundorten für eingewachsene Bavenoer Zwillinge kommt demnach noch der Scholzenberg hinzu. Das Manebacher Gesetz konnte gleichfalls an einigen Exemplaren beobachtet werden. Von besonderem Interesse ist es aber, dass ausser diesen drei Zwillingsverwachsungen noch einige weitere auftreten, die zwar schon früher an anderen Vorkommnissen gefunden worden sind, für die jedoch bei ihrer grossen Seltenheit die Angabe eines neuen Fundortes wohl erwünscht sein kann.