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Über Petrefacte aus der Steinkohlenformation von Oberschlesien

Weiss, E.

Kurzfassung

In einer dolomitischen Schicht, 23 M. unter dem sogenannten Sattelflötz der Gräfin Lauragrube bei Königshütte, im Hugoschacht II., wo sich zahlreiche thierische Petrefacte, fast die ganze von Roemer beschriebene Fauna, finden, hat Herr Director Junghann zu Königshütte sehr eifrig weiter gesammelt und in neuerer Zeit einige sehr interessante Formen entdeckt, welche mir von ihm zur Bestimmung anvertraut wurden und hier vorliegen. Vor Allem ist Orthis resupinata Martin in einem schönen vollständigen Exemplare und einigen Bruchstücken zu erwähnen, die der als Orthis striatula Schloth. bezeichneten Abbildung in dem bekannten Werke von De Koninck, Anim. foss. carb. Belg. Taf. 13. Fig. 11. (von Visé) am nächsten kommt, noch mehr aber mit Exemplaren der Berliner Universitätssammlung von Visé und Ratingen übereinstimmt. An Bruchstücken ist auch die eigenthümliche hermelinschwanzartige Structur der Rippen der Schaale zu bemerken, so dass an der Zugehörigkeit zu der Kohlenkalkform O. resupinata nicht mehr zu zweifeln ist, trotz einiger Variation bezüglich Pentamerus - artiger Anschwellung des Wirbels der grösseren Schaale und kürzerem Schloss als gewöhnlich. Die hiesigen Geologen sind, indem sie auf meine Bitte das Stück untersuchten, unabhängig von einander zu gleichem Resultate davon gelangt. Von anderen Stücken kann eine Conularia mit C. irregularis De Kon. 1. c. Taf. 45. Fig. 2. (von Visé) identificirt werden; ein Rest steht sehr nahe Solenomya Puzosiana De Kon. 1. c. Taf. 5. Fig. 2. (von Tournay), hat aber etwas entferntere radiale Rippen, sowie ein vierter der Cypricardia sinuata M' Coy, Synops. Carb. Foss. Ireland Taf. 8. Fig. 26 verwandt, aber nicht ident ist. Steinkerne von Gastropoden beweisen wenigstens, dass noch andere Arten existirten, als bisher in der Schicht bekannt waren, vermuthlich von Pleurotomaria und Chemnitzia. Die Bestimmung hatte Herr Kayser zuerst zu übernehmen die Güte gehabt.