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Über Steinkohlenpflanzen aus den von Stur sogenannten Radowenzer Schichten des schlesisch - böhmischen Beckens

Weiss, E.

Kurzfassung

Es ist dies der hangendste Flötzzug dieses Gebietes mit 4-5 Flötzen, darüber folgt dann concordant das Rothliegende. Dieser Folge nach liegt es nahe zu vermuthen, dass man in den sogen. Schichten von Radowenz ein Analogon wenigstens eines Theiles der Ottweiler Schichten im Saargebiete habe. Von organischen Resten wurden vom Votragenden auf den kleinen Gruben von Radowenz, Qualisch in Böhmen und Albendorf in Preussen folgende gesammelt: Stigmaria, von Sigillaria Formen aus der Gruppe der S. rimosa Goldb., Calamites, Asterophyllites equisetiformis, Annularia longifolia, Stachannularia tuberculata; Farne: Cyathocarpus arborescens und Cyathea, Pecopteris oreopteridia, Pec. pteroides, Schizopteris lactuca, Pecopteris cf. muricata, Odontopteris Reichiana mit Cyclopteris- artigen Spindelblättern dabei (bei Qualisch), Cordaites und einige Carpolithen. Ausserdem fanden sich Fischschuppen und Estherien vor. [NB. Herr Bergrath Schütze in Waldenburg sandte mir später zur Bestimmung von der Pfeifer'schen Grube bei Radowenz, I. Flötz, ausser Obigen noch Calamites Suckowi, Annularia mit kleinen Wirteln, Sphenophyllum erosum und saxifragaefolium, Schizopteris cf. adnata.] Betrachtet man diese kleine Flora, so befindet sich nichts darunter, was nicht auch anderwärts in den obersten Stufen der productiven Kohlenformation gefunden würde, speciell in den Ottweiler Schichten des Saar-Rheingebietes. Besonders hervorzuheben ist Odontopteris Reichiana, dort eine Leitform der Ottweiler Schichten, jetzt auch bei Qualisch gefunden. Gegen diese Auffassung als Ottweiler Schichten kann auch der Typus von Sigillaria rimosa nicht geltend gemacht werden, der zunächst von Dudweiler bei Saarbrücken (also untere Saarbrücker Schichten) bekannt geworden ist, weil derselbe auch noch im Rothliegenden des Nahegebietes von mir nachgewiesen wurde.