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Einiges über die mineralogische Natur des Dolomits.

Meyer, Otto

Kurzfassung

Die Versuche, welche man, mit Ausnahme der an zweiter Stelle zu erörternden mikroskopischen Methoden, anwandte, um die mineralogische Natur des Dolomits näher zu ergründen, bestehen darin, dass man die Auslaugung dieses Gesteins durch Säuren zum Gegenstand des Studiums machte. Dass man auf diesem Wege allein schwerlich zum Ziele gelangen wird, scheinen die mit einander nicht übereinstimmenden Resultate und die daran geknüpften, sich vielfach widersprechenden Hypothesen zu beweisen, welche in Folgendem angeführt werden sollen. Karsten fand, dass verdünnte Essigsäure aus den von ihm untersuchten dolomitischen Kalksteinen bei einer Temperatur unter Null nur kohlensauren Kalk auszog und hält dieselben deshalb für ein Gemenge von Kalkspath und Magnesitspath. Ihm schlössen sich Forchhammer und Schafhäutl, mit ihren Arbeiten an. Dagegen fand Pfaff, dass verdünnte Essigsäure aus Dolomiten des fränkischen Jura auch Magnesia extrahirte. Wenn diese Dolomite überhaupt Gemenge sind, so können sie nach ihm nur Gemenge von Magnesit, Dolomit und Calcit sein. Dölter und Hörnes unterwarfen einen dolomitischen Kalkstein von der Marmolata mit 84,82 CaCO3 13,94 MgCO3 der 48stündigen Einwirkung verdünnter Essigsäure. Dieselbe löste eine relativ bedeutende Menge kohlensaurer Magnesia. Während im Gestein MgO zu CaO sich verhält wie 1 : 7,15, war das Verhältniss in der Lösung 1 : 12,74. Dölter und Hörnes meinen in Folge dessen, dass dieser dolomitische Kalkstein wahrscheinlich ein Gemenge von Kalk- und Magnesiacarbonat sei.