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Bemerkungen über Einschnitte der Eisenbahn zwischen Goslar und Vienenburg in der oberen Kreide.

Grumbrecht

Kurzfassung

Durch den Bau der Eisenbahn von Goslar nach Vienenburg im Jahre 1865 entstanden in der oberen Kreide zwei Einschnitte, von denen der eine einige Hundert Schritt südlich vom Sudmerberge, der andere östlich neben dem Dorfe Oker sich befindet. Die Schichten beider Einschnitte wurden damals als zur Quadratenkreide gehörig betrachtet (cfr. F. A. Roemer, Palaeontographica Bd. 20. pag. 193) und erst im Jahre 1874 sprach Herr Schlüter in Bonn die Vermuthung aus (cfr. Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. 26. pag. 780), dass diese Schichten zu den Emscher Mergeln gehörten. Auf Wunsch wurden von mir im Jahre 1875 Herrn Schlüter einige Belemniten und Inoceramen vom Sudmerberge und den Bahn-Einschnitten übersendet und auf den Etiquetten als aus der Quadratenkreide herstammend bezeichnet. Bei Rücksendung waren dieselben als Antinocamax verus, Belemnites Westfalicus und Inoceramus cardissoides bestimmt und sämmtlich als den Emscher Schichten angehörig bezeichnet. Betrachtet man nun zunächst den Bahn-Einschnitt südlich vom Sudmerberge zwischen Goslar und Oker, so hat derselbe die Richtung von Westen nach Osten, läuft ziemlich parallel mit den Schichten, die unter einem Winkel von circa 40° vom Harze abfallen und besteht überall aus einem sandigen gelbgrauen Mergel mit feinen Glauconitkörnern. Eine Zusammenstellung der Versteinerungen dieser Schicht hat bereits Herr F. A. Roemer (cfr. Palaeontographica Bd. 13. pag. 193) geliefert und trage ich hier nur noch diejenigen nach, welche damals noch nicht gefunden oder nicht zur Anschauung des Verfassers gekommen sind, als: [...]