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Ueber Norwegium, ein neues Schwermetall.

Dahll, Tellef

Kurzfassung

Gegen Ende des Jahres 1878 erhielt ich von der Insel Oterö, welche 3/4 norweg. Meilen von Krageröe im Skjärgaarden liegt, eine kleine Probe von daselbst gefundenem Kupfernickel zugesandt. Dieses wurde die Veranlassung zu einem Besuche des Fundortes, und ich fand daselbst einen 6 bis 12 Zoll mächtigen Kalkspathgang, welcher in geringer Menge Kupfernickel und Nickelglanz führte. Bei dem Aufschliessen des Ganges wurden im Ganzen 10 Kilogr. reines Erz gewonnen, und es ist wenig Aussicht daselbst mehr zu finden. Eine Analyse des Nickelerzes gab folgende Resultate: Arsen und Schwefel wurden nur aus dem Verluste bestimmt. An Krystallformen wurden Würfel, Oktaëder und Pyritoëder beobachtet. Bei der Behandlung des mit Schwefelwasserstoff erhaltenen Arsen-Niederschlages mit Schwefelammon blieb in geringer Menge ein ungelöstes schwarzes Schwefelmetall zurück, welches einen neuen Grundstoff, ein Schwermetall enthält. Um dieses Metall so weit wie möglich in grösserer Menge zu gewinnen, verfuhr ich auf folgende Weise. Die ganze Erdmenge von 10 Kilogr. wurde erst fein gepulvert und dann in einem Flammofen sorgfältig auf dazu angefertigten Platten von feuerfestem Thon geröstet. Das geröstete grüne Erzpulver wurde dann wie zu einer gewöhnlichen Analyse im Agatmörser aufgerieben und mit Säuren, theils Königswasser, theils Salzsäure und Schwefelsäure, behandelt. Diese Lösungen wurden mit Schwefelwasserstoff gefällt und der Niederschlag so lange ausgewaschen, bis das Waschwasser mit Schwefelammon keine Spur von Nickel mehr zeigte. Der Niederschlag wurde dann getrocknet und geröstet und dabei der grösste Theil von Arsen und Schwefel entfernt; der Rückstand war jetzt das neue Metalloxyd, doch mit einer Spur von Arsen und Schwefel, im Uebrigen aber so rein, dass darin eine geringe Spur von Kupfer nur mit dem Spektroskope nachweisbar war.