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Ueber Palagonit- und Basalttuffe.

Penck, Albrecht

Kurzfassung

I. Geschichtliches über den Palagonit. Mit dem Namen Palagonit belegte Sartorius v. Waltershausen 1845 ein vollkommen durchsichtiges, weingelbes bis kolophoniumbraunes, glasglänzendes Mineral von muscheligsplittrigem Bruche, welches in seiner äusseren Erscheinung grosse Aehnlichkeit mit arabischem Gummi oder braunem Zucker hat. Die Härte desselben übersteigt kaum die des Kalkspathes, sein specifisches Gewicht ist annähernd 2,64. Er entdeckte dieses Mineral zuerst in den Tuffen des Basaltfelsens von Aci Castello, nördlich von Catania (1838), und fand es später (1840) in ausgedehnter Weise in der Gegend zwischen Militello, Palagonia und Mineo, in den Basalttuffen des Val di Noto, welche sich theilweise durch die reichliche Führung tertiärer Conchylien auszeichnen. Dies führte ihn zur Annahme, dass die vulkanischen Körper, welche den Basalttuff mit constituiren, in der Gestalt eines feinen Pulvers oder Staubes mit dem im Meere aufgelösten kohlensauren Kalke und mit zahllosen Conchylien zu einem hydraulischen Mörtel cämentirt wurden, wobei ein bedeutender Theil des Gesteins eine feste chemische Verbindung einging. Bald darauf wurde der Palagonit durch Bunsen und Sartorius v. Waltershausen als ein wesentlicher Bestandtheil der Grundmasse von basaltischen Tuffen der Insel Island bekannt, welche dort als Moberg bezeichnet werden. Auch hier sollen dieselben eine Meeresbildung sein, worauf an einzelnen Stellen gefundene Schalenreste hinweisen; nach Sartorius v. Waltershausen sind die feingepulverten vulkanischen Aschen submariner Ausbrüche in das Meer zurückgefallen und in der Art eines hydraulischen Mörtels cämentirt worden, sodass ein Theil derselben eine feste chemische Verbindung einging, während ein anderer, von jenen umhüllt, in dem früheren Zustand zurückblieb.