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Neue und weniger gekannte Kreide- und Tertiär-Krebse des nördlichen Deutschlands.

Schlüter, Clemens

Kurzfassung

Den äusseren Anlass zu dieser Mittheilung bietet die Erwerbung eines interessanten neuen Krusters durch Herrn Von Dechen für den naturhistorischen Verein in Bonn, sowie die gefällige Uebermittlung eines zwar schon bekannten, aber durch seine Erhaltung ausgezeichneten Krebses von Seiten des Herrn F. Roemer. Hinzu kommen noch einige Stücke verschiedener Museen, sowie einige neue Arten, welche ich selbst gesammelt habe. Als ich vor bereits längeren Jahren der Deutschen geologischen Gesellschaft die neuaufgefundenen fossilen Crustaceen des nördlichen Deutschlands vorlegte, war es einzig die Kreideformation, welche dergleichen geboten hatte. Der Beschreibung derselben wurde eine Zusammenstellung aller aus der Kreideformation überhaupt bekannt gewordenen Decapoden-Krebse beigefügt. Inzwischen ist die Kenntniss der fossilen Krebse durch zahlreiche neue Funde in verschieden Ländern erweitert worden. Aus der Gruppe der Podophthalmata konnten in jenem Verzeichnisse nur Vertreter der Ordnung der Decapoda aufgeführt werden, seitdem sind auch Reste der Ordnung der Stomatopoda aufgefunden worden, nämlich: Squilla cretacea Schlüt., Palaeontogr. 1868. tom. 15. pag. 204. t. 24. f. 7., im Obersenon von Sendenhorst in Westfalen; Sculda laevis Schlüt., Verh. d. naturh. Vereins f. Rheinl u. Westf. 1874., Jahrg. 31., pag. 41. t. 3. f. 1. 2., in der oberen Kreide beim Kloster Sahel Alma unweit Beirut in Syrien. Aus der Malacostraceen-Gruppe der Edriophthalmata wurde der Ordnung der Isopoden angehörig durch H. Woodward Palaega Carteri, aus dem Gray Chalk von Dover und dem Chloritic Chalk von Cambridge beschrieben. Die weitaus grösste Bereicherung fanden, wie zu erwarten stand, die Decapoden.