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ein Vorkommen von Lias und unterem braunem Jura in Mecklenburg

Geinitz, Eugen

Kurzfassung

In diesem Sommer hatte ich das Glück, ein Vorkommen von Lias und unterem braunem Jura in Mecklenburg aufzufinden, welches zwar noch nicht in seiner ursprünglichen Lagerstätte aufgeschlossen ist, aber doch, nach der ganzen Art des Vorkommens zu schliessen, an einer nicht weit entfernten Stelle anzustehen scheint. Die Localität ist eine zur Stadt Goldberg gehörige, vom Kloster Dobbertin betriebene Thongrube an dem nördlichen, nach dem Lüschow-See gelegenen Abfall eines flachen Hügelrückens, welcher den Dobbertiner von dem Goldberger See trennt, nach der Reymann'schen Karte in Position 29° 46 1/2 östl. L. F., 53° 37 nördl. Br. Es wird hier ein blauer, weiss beschlagender, fetter Thon abgebaut, der kalk- und steinfrei, sehr reich an grossen Gypskrystallen und Septarien ist. Obgleich in ihm noch keine organischen Reste gefunden sind, möchte ich ihn doch für tertiär halten. Dieser Thon ist mit Diluvialschichten (blauem und gelbem Geschiebemergel, Kies und Sand) und mit einer grossen Scholle von papierdünnem Liasschiefer in grossartigen Schichtenwindungen verbunden. Neben den Septarien führt der Thon noch zahlreiche flachlinsenförmige, kreisförmige oder elliptisch zungenförmige Gerölle eines hellgrauen, feingeschichteten, thonigen Kalksteins, in und auf denen sich mehrfach Versteinerungen finden. Am auffälligsten sind davon die Ammoniten (Ammonites striatulus Sow.), die auf einer der flachen Seiten des Gerölles entweder noch wohl erhalten oder nur im Abdruck aufsitzen. Bisher sind nur zwei ziemlich grosse gefunden worden.