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1. Zur Nereiten-Frage.

Geinitz, H. B.

Kurzfassung

Angeregt durch die Mittheilungen, welche in Gümbel's geognostischer Beschreibung des Königreichs Baiern, 3. Abth., 1879, über die Lagerungsverhältnisse der sogen. Nereitenschichten, und von Schimper in Zittel's Handburch der Paläontologie, II. pag. 48 ff. über die systematische Stellung der sogen. Nereiten gegeben werden, möchte ich nicht unterlassen, nach einer neuen Prüfung der mir zu Gebote stehenden Materialien auch meine Ansicht darüber auszusprechen. Thatsache ist, dass Nereiten-artige Formen in sehr verschiedenen geologischen Horizonten angetroffen werden. Ihr Auftreten in untersilurischen Schichten von England und Nordamerika ist wohl am längsten bekannt. (Vergl. Murchison, Siluria, London 1854, pag. 199: Annelids or marine worm tracts; W. H. Baily, Figures of Characteristic British Fossils, I. Pl. 6, aus Llandeilo Rocks; Emmons, The Taconik System, Albany 1844; James Hall, Palaeontology of New York, Vol. II. Pl. 13: Trails of Annelida, aus der Clintongruppe, etc.) Durch A. Krantz wurden ähnliche Formen aus devonischen Schichten des Rheinischen Schiefergebirges beschrieben (Verhandl. d. n. V. XVI Jahrg., N. Folge VI. pag. 157. Taf. 2.); A. Hancock wies ähnliche Reste als ,Vermiform Fossils" in den Bergkalk-Districten Nord-Englands nach (Ann. u. Mag. Nat. Hist. 5. Vol. 2. pag. 443. Pl. 18 u. 19), die sich zum Theil in dem Museum von Newcastle upon Tyne befinden, während unser Dresdener Museum Herrn Baily einen nereitenartigen Körper aus dem Kohlensandstein (wahrscheinlich Culm) von Money Point bei Kilrusch in Irland verdankt; endlich beschrieb O. Heer jenen nicht unähnliche Formen aus dem Jura der Schweiz als Gyrochorte comosa, G. ramosa und G. vermicularis Hr. in Flora fossilis Helvetiae, 1877. t. 46.[...] 2. Palaeojulus oder Scolecopteris. Mein Bestreben, die Selbstständigkeit des Palaeojulus zu retten, ist vergeblich gewesen; was ich als Palaeojulus dyadicus beschrieben habe, ist von Scolecopteris elegans Zenker nicht verschieden.