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Über Anwendung der vom Herzogl. Hof-Mechaniker Bornhardt zu Braunschweig construirten Electrisir-Maschine zur Entzündung der mit Spreng-Material (Pulver oder Dynamit) versehenen Bohrlöcher.

Grotrian, H.

Kurzfassung

Diese Maschine, für welche dem Erfinder, neben Ertheilung eines Patentes, auf der Weltausstellung in Wien 1873 die Verdienst-Medaille, ferner die silberne Preismedaille; der Gewerbe-Ausstellung in Braunschweig 1877 zuerkannt worden, hat, wie an anderen Orten, so auch im Herzogthum Braunschweig, namentlich im Harzgebirge, behufs Beseitigung von Felsmassen, ausgedehnte und höchst erfolgreiche Anwendung gefunden. Der Bornhardt'sche Apparat ist eine Reibungs-Electrisir-Maschine, im Wesentlichen bestehend aus einer Scheibe von Hartgummi und Pelzwerk, nebst Leydener Flasche als Conductor resp. Condensator; derselbe dürfte wegen seiner practischen Brauchbarkeit beim Bergbaue und Steinbruchsbetriebe umsomehr empfohlen werden, als dadurch bei verhältnissmässig geringem Zeit- und Kosten-Aufwande die Entzündung einer grossen Zahl von Spreng-Patronen durch den electrischen Funken mittelst eines von der Maschine abzweigenden Leitungsdrahtes beliebiger Länge, gleichzeitig zu bewirken stehe, die Richtung der Bruchlinie im Gestein, je nach dessen Beschaffenheit, mit ziemlicher Sicherheit im Voraus zu bestimmen, und bei der Explosion Gefahr für die Arbeiter nicht zu besorgen sei. Redner nahm auf den Inhalt der von ihm in einer Anzahl von Exemplaren vertheilten Druckschrift ,Ueber die Bornhardt'sche Patent-Zünd-Electrisirmaschine" mit dem Bemerken Bezug, dass eine Maschine mit einer Scheibe und einem Flaschen-Condensator, berechnet für eine Funkenlänge von 45 - 50 Mm., ausser den erforderlichen Utensilien an Patent-Zündern, Leitungsdrähten, Isolatoren etc. 120 Mark koste, wogegen der Preis der grösseren Sorte, mit zwei Scheiben und zwei Flaschen-Condensatoren, für eine Funkenlänge von 70 - 90 Mm., 168 Mark betrage.