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Über den unteren Dogger Deutsch-Lothringens

Steinmann, Gustav

Kurzfassung

In seiner vor Kurzem erschienenen Arbeit über den unteren Dogger Deutsch-Lothringens hat Herr Branco gezeigt, dass die Grenze zwischen Lias und Dogger dort in gleicher Weise gegeben sei, wie in Schwaben und im Elsass, nämlich durch das Auftreten einer Reihe von Mollusken, wie Curbo duplicatus, Cerithium armatum, Trigonia pulchella und Astarte Voltzii, dass die Thone, Sandsteine, Eisenerze und Mergel, welche die unteren Partieen des Doggers zusammensetzen, als die Aequivalente der Schichten mit Harpoceras opalinum und Murchisonae zu betrachten sind, wenngleich das Auftreten der Cephalopoden in denselben im Hinblick auf die schwäbische und elsässische Fauna des unteren Doggers durchaus fremdartig erscheint. Die eisenhaltigen Kalke, welche im Hangenden der Eisenerze und der sie bedeckenden Mergel auftreten, wurden von Herrn Branco als sichere Vertreter der Sowerbyi-Schichten erkannt, deren weite Verbreitung bereits vor mehr als 10 Jahren von Herrn Waagen nachgewiesen war. Dieses etwa 20 M. mächtige System von Kalken, welches ich durch ganz Lothringen von Nancy bis Longwy verfolgen konnte, beherbergt in seinen oberen Lagen als Seltenheit Stephanoceras Sauzei, wodurch es kaum zweifelhaft erscheint, dass die Zone des genannten Ammoniten in diesen Kalken mit vertreten ist. Bis jetzt war es jedoch nicht möglich, eine Trennung in den petrographisch sehr gleichförmig entwickelten, häufig fast fossilfreien Schichten durchzuführen. Wenn auch nicht immer, so doch in den meisten Fällen scharf davon geschieden, tritt ein 40 - 60 M. mächtiger Schichtencomplex über den eben erwähnten Kalken auf, der petrographisch wie paläontologisch in zweifacher Weise ausgebildet ist.