Original paper

Über das Alter und die Gliederung der Tertiärbildungen zwischen Guntershausen und Marburg

von Koenen, Adolf

Kurzfassung

Diese Tertiärlager sind unzweifelhaft eingesunken, stossen seitlich fast überall an Buntsandstein und wurden durch diesen, sowie durch Basalte gegen die Erosion geschützt, welche die früher sicher weit ausgedehnteren, aber nicht herabgesunkenen Tertiärschichten zerstörte. Nach Schilderung der Verwerfungen, Falten etc., welche am Rande dieser Versenkungen auftreten, führte Redner aus, dass in grosser Verbreitung von Lollar bis Gudensberg helle Quarzsande, oft mit Quarziten (Knollensteinen), auftreten, welche 1. bei Frielendorf etc. das Liegende der Braunkohlen bilden, 2. in Eisenbahneinschnitten nördlich von Ziegenhain über dem Rupelthon mit Leda Deshaiyesiana liegen, und 3. am Odenberge bei Gudensberg einerseits thonige und eisenschüssige Sande und Sandsteine mit typisch oberoligocänen, marinen Versteinerungen enthalten und andererseits von schwarzem Kohlenschieferthon überlagert werden. Hieraus ergiebt sich daher, dass die Braunkohlenbildungen von Frielendorf etc. jünger sind als marines Ober - Oligocän resp. die Quarzsande mit Quarziten, und die Reihenfolge der Schichten ist dann: 1. Basalttuff von Sandheim. 2. Braunkohlenbildungen von Frielendorf etc. 3. Marines Ober-Oligocän-Quarzsande und Quarzite. 4. Marines Mittel-Oligocän bei Kirchhain, Treysa, Kaufungen etc. 5. Braunkohlenbildungen der Gegend von Cassel. Diese Schichtenfolge ist ganz ähnlich derjenigen, welche Chedner kürzlich aus der Gegend von Leipzig beschrieben hat, zumal wenn die dortigen versteinerungsleeren ,oberen Mergelsande" statt zum Mittel-Oligocän zum Ober-Oligocän gezogen würden. Redner bemerkte schliesslich, dass er schon vor ein paar Jahren die Abteufung eines Bohrloches nördlich von Ziegenhain angeregt hätte, um eventuell dort unter dem Rupelthon die älteren Braunkohlenbildungen zu erschürfen; bisher sei ein Versuch indessen noch nicht gemacht worden. Derselbe legte ausserdem noch Stücke und Dünnschliffe eines Nephelinbasaltes vom Wakenbühl bei Bengendorf, südwestlich von Berka a. Werra vor. Die Arbeiter erhitzen dort die grossen, schwer zu zerschlagenden Basaltblöcke, indem sie Tannenholz dazwischen verbrennen. Hierdurch wird der schwärzliehe, dichte, feste Basalt mehr grau, mürber und deutlich körnig, ohne dass sich unter dem Mikroskop in Dünnschliffen ein Unterschied zwischen dem festen und dem körnigen Basalt erkennen liesse.