Original paper

Notiz über ein Vorkommen von oberdevonischem Goniatiten-Kalk in Devonshire.

Roemer, Ferd.

Kurzfassung

Bei einem Aufenthalte in Devonshire im August dieses Jahres wurde ich durch meinen Freund J. E. Lee in Torquay an eine erst unlängst bekannt gewordene Fundstelle, an welcher grosse Goniatiten in bedeutender Häufigkeit in rothen Kalksteinschichten vorkommen, geführt. Dieselbe befindet sich bei Lower Dunscombe unweit des in der Nähe von Exeter gelegenen Städtchens Chudleigh. An dem Abhange eines Hügelzuges ist hier wenige Hundert Schritt von einem zu den Besitzungen des Lord Clipford gehörenden Farm-Hause entfernt ein kleiner, halb verfallener Steinbruch aufgeschlossen, in welchem feste Kalksteinbänke anstehen. Die letzteren werden an dem oberen Rande des Steinbruches von dünn geschichteten und zum Theil durch dünne Thonlager, flach nierenförmig abgesonderte, eisenschüssige rothe Kalksteinschichten überlagert. Diese letzteren sind es, um die es sich handelt. Sie sind mit grossen, gewöhnlich mehr oder minder verdrückten Goniatiten erfüllt. Die bei Weitem häufigste Art ist Goniatites intumescens Beyr., an dem Verlaufe der Kammerwand - Suturen deutlich als solcher erkennbar. Derselbe erreicht zum Theil eine bedeutende, bis 9 Zoll im Durchmesser betragende Grösse. So grosse Exemplare sind dann freilich immer mehr oder weniger verdrückt und langgezogen und namentlich die Wohnkammer zusammengedrückt. Viel seltener ist Goniatites multilobatus Beyr. (Gon, sagittarius G. u. F. Sandbergeh), eine flach scheibenförmige, scharfrückige Art, welche durch die zahlreichen sägezahnförmigen Loben der dicht genäherten Kammerwände sehr ausgezeichnet ist. Ausser diesen Goniatiten ist ein fingerdicker, langsam in der Dicke anwachsender subcylindrischer Orthoceras besonders häufig.