Original paper

Ueber die Vergletscherung der Färöer, sowie der Shetland- und Orkney - lnseln.

Helland, Amund

Kurzfassung

In einer früheren Arbeit in dieser Zeitschrift habe ich es versucht nachzuweisen, dass die Beobachtungen über die glacialen Bildungen der norddeutschen Ebene am besten ihre Erklärung durch die Theorie des Herrn Torell finden, soll dass wir zu der Annahme einer allgemeinen, von Finnland, Schweden und Norwegen ausgehenden Vergletscherung Norddeutschlands geführt worden sind. Die Grenzen dieser alten Eisdecke wurden durch die fremden Geschiebe augegeben; ihre Bewegungsrichtungen, welche übrigens wahrscheinlich variabel gewesen sind, konnten durch die Verbreitung der Geschiebe, sowie auch durch die Richtung der Gletscherschliffe festgestellt werden; die versteinerungsführenden Bildungen zwischen den Geschiebelehmen Hessen ferner erkennen, dass die Eismassen Norddeutschlands mehr als einmal invadirt haben. Endlich ist die Quantität der fremden Geschiebe und der diluvialen Massen so enorm, dass die Oberfläche Schwedens und Finnlands, deneu dieselben grösstentheils entstammen, zur Eiszeit wesentlich verändert worden sein muss. Auf diese Weise konnten wir die finnländischen und schwedischen Eis- oder Gletscherströme bis zu ihren äussersten Grenzen verfolgen und uns einen Begriff von ihrer Mächtigkeit, ihren Bewegungsrichtungen u.s.w. bilden. Jetzt wollen wir versuchen, die Frage zu beantworten, wie weit die von den norwegischen Küsten ausgehenden Eismassen gegen Westen in die Nordsee gegangen sind. Diese Frage ist schwieriger zu beantworten; erstens weil das Meer den grössten Theil des Bodens bedeckt, welcher untersucht werden müsste, um die Grenzen der Eisdecke genau anzugeben, zweitens weil auch Schottland Gletscherströme ausgesendet hat, mit denen die norwegischen Eismassen, wie wir später sehen werden, collidirt haben, wodurch ihre Bewegungsrichtungen beeinflusst worden sind.