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Liassandstein in Gotha

Bauer, Max

Kurzfassung

Im Folgenden möchte ich Ihnen Mittheilung machen von einer sehr interessanten Entdeckung, die auf dem von mir bearbeiteten Blatte Gotha in diesem Sommer gemacht worden ist. Bekannt ist, dass schon vor längerer Zeit Heinr. Credner die Existenz von Liassandstein am grossen Seeberge, ostsüdöstlich von Gotha festgestellt hat, unter welchem Sandstein, aber auch unserer jetzigen Auffassung nach nicht nur der eigentliche Liassandstein mit Am. angulatus, sondern auch noch die Gesammtheit der Rhätsandsteinschichten zu verstehen ist Diese letzteren haben bisher ausser den sogen. Gurkenkernen (Anodonta postera Deffner u. Fraas), fast unmittelbar über der Grenze zum liegenden Steinmergelkeuper, beinahe nichts an Versteinerungen geliefert. Ausserdem sind alle diese Sandsteine auch petrographisch so ähnlich, dass bisher eine Unterscheidung der zwei Abtheilungen des Rhät, Pflanzenrhät und Protocardienrhät nicht möglich war, und auch eine Trennung der jurassischen Sandsteine von dem liegenden rhätischen halb sich erst im Laufe dieses Sommers durch das Auffinden vieler Petrefacten im Liassandstein im engeren Sinn (Angulatensandstein) ermöglichen lassen. Das Neue aber ist, dass sich am Südabhange des grossen Seeberges, den Lias- (oder Angulaten-) Sandstein überlagernd in einem Stollen, der zum Zweck der Wassergewinnung von einem Punkt in der Nähe der Güntherslebener Chaussee nach Norden zu in den Berg hineingetrieben worden ist, auch Schichten des mittleren Lias fanden bis zu der Zone des Am. amaltheus inclusive, welche Schichten Credner nicht von hier wohl aber von dem südlich vom Seeberg liegenden Röhnberge kannte, wie sie ja auch bekanntlich weiter westlich bei Eisenach eine Rolle spielen.