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Cenoman- und Untersenon-Geschiebe des nordöstlichen Deutschlands

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

1. In Ihren Mittheilungen über Cenoman- und Untersenon-Geschiebe des nordöstlichen Deutschlands (Zeitschr. d. d. geol. Ges. Bd. XXVI. pag. 761-774 und Bd. XXX. pag. 685 bis 687) betonen Sie gleichmässig die petrographische Uebereinstimmung mit dem Grünsand von Bornholm, welche durch das Vorkommen des Glaukonits und eigentümlicher Quarzkörner begründet wird. Die gleiche Zusammensetzung zeigt indess auch die anstehende Kreide Ost- und Westpreussens, so dass alles darauf hinweist, dass unsere Cenoman-Geschiebe der heimischen Provinz resp. den unmittelbar benachbarten Theilen Russlands und der Ostsee entstammen. Zunächst sind die Cenoman-Geschiebe keineswegs so vereinzelt, wie bisherige Mittheilungen vermuthen Hessen. Von Ihrer Entdeckung derselben an habe ich sie aufmerksam verfolgt und kann sie heute über einen weiten Kreis hin nachweisen. In Ostpreussen fanden sich dieselben in der Gegend von Tilsit; zu Purpesseln bei Gumbinnen; zu Langmichels, Korblack, Gross-Schönau und Kaidan im Kreise Gerdauen; am Brandenburger und Friedländer Thore zu Königsberg; Grosskuhren und Rauschen am samländischen Nordstrande; zu Dittchenhöfen und Orschen bei Landsberg im Pr.-Eylauer Kreise; im Kiese der Eisenbahnstrecke Gerdauen-Bergenthal; in der Gegend von Rastenburg; Petersdorf im Heilsberger Kreise; zu Jarft im Heiligenbeiler Kreise; im Walschthal bei Mehlsack und an anderen Punkten des Braunsberger Kreises; endlich bei Liebstadt im Mohrunger Kreise.