Original paper

Über steinzeitliche Funde am Ladoga-See

Arzruni, Andreas

Kurzfassung

Herr Arzruni berichtete im Auftrage des Herrn A. Von Inostranzew in St. Petersburg über den reichen Fund, den derselbe im verflossenen Sommer gemacht hat, als er am Ufer des Ladoga-See's die Canal-Arbeiten zwischen Wólchow und Sswir besuchte. Dieser Fund bezieht sich auf Reste aus der Steinzeit. Zuerst wurde ein Menschenschädel und sowohl aus Stein wie auch aus Knochen verfertigte Waffen gefunden. Wiederholte Besuche dieser Gegend gestatteten später Herrn Von Inostranzew sich nicht nur Klarheit über die Lagerungsverhältnisse zu verschaffen, sondern auch eine reichhaltige Sammlung von den betreffenden Resten mitzubringen: Menschen- und Thier-Schädel und Knochen, Pflanzenreste, Waffen und Gerätschaften aus Stein und Knochen, sowie Scherben von Thongefässen; - das ganze Material wird jetzt bearbeitet. Es finden sich sämmtliche Reste in Sandablagerungen, in einer Tiefe von 1,7-3 Ssáshen (also etwa 8-21 Fuss) unterhalb des Spiegels des Ladoga-See's. Sie werden sowohl in zwei Torfschichten wie auch in der sie trennenden Sandschicht vorgefunden. Der Torf ist hier zweierlei Ursprungs: der untere ist ein ,Waldtorf", der obere ist aufgeschwämmt. Und es ist wohl den Eigenschaften des Torfes zu verdanken, dass die gefundenen Gegenstände so überaus schön erhalten sind. Hinzuzufügen wäre noch, dass die Torfschichten unmittelbar auf der Grundmoräne eines früheren Gletschers aufgelagert sind. Hier finden sich auch ganze Bäume von colossalen Dimensionen. Die Hauptausbeute stammt vom Novo-Ssjass-Kanal, wo der aufgeschwämmte Torf schwach vertreten ist. Die Schädel des Menschen aus der Steinzeit, welche in Westeuropa viel seltener angetroffen worden sind als die künstlichen Producte dieser Zeit, sind hier reichlich vertreten, während bisher in Russland nur ein einziger dieser Periode angehörender Schädel gefunden wurde und zwar an der Oka, unweit des Dorfes Wolóssowo, durch den Grafen Uwarow.