Original paper

Eine Kupferkiespseudomorphose von Nishuij-Tagil, am Ural.

Arzruni, Andreas

Kurzfassung

In Tschermak's Mineralogischen Mittheilungen ist auf pag. 31-34 des Jahrgangs 1875 ein Aufsatz von Herrn Eduard Döll abgedruckt, in welchem eine aus Nishnij-Tagil herstammende Pseudomorphose von Kupferkies beschrieben wird. Auf Grund der treppenförmig nach Innen zu absetzenden Ausbildung dieser pseudomorphen octaëdrischen Krystalle, welche an solche von Alaun erinnern, sowie auf Kokscharow's Angaben, dass auch Rothkupferkrystalle in Guméschewsk und in Tagil zu mehreren in paralleler Stellung aneinandergereiht angetroffen werden, sich stützend, ist Herr Döll geneigt diese Pseudomorphose als eine nach Rothkupfer anzusehen. - Diese, eines weiteren Beweises entbehrende Hypothese wird bereits auf der zweiten Seite (pag. 32) Herrn Döll zum Factum, indem es seiner Meinung nach ,sich aus dem Vorhergehenden ergiebt", dass ,als ehemalige Substanz der Cuprit anzusehen ist". - Darauf folgt nun die bestimmte Behauptung: ,Es liegt hiernach eine Pseudomorphose von Kupferkies und Bitterspath (Braunspath) nach Cuprit vor, worin (soll heissen: in welcher) Kupferkies in geringer Menge durch Pyrit ersetzt ist". - Damit begnügt sich aber Herr Döll nicht: sein Aufsatz schliesst mit dem Umsturz der bisher allgemein angenommenen und nicht blos auf vereinzelte Beobachtungen gegründeten Ansicht, dass die oxydirten Kupfermineralien spätere Bildungen als die Schwefelkupfer - Verbindungen seien.