Original paper

Beitrag zur Kenntniss des süddeutschen Muschelkalks.

Eck, H.

Kurzfassung

I. Neue Muschelkalkkorallen. In Band XXXI dieser Zeitschrift, S. 254-257, wurde bei Gelegenheit der Beschreibung einer neuen Latimaeandra aus dem oberen Muschelkalk (oberen Encrinitenkalk) vom Kleingereuthe bei Donaueschingen ein Verzeichniss der wenigen Korallenfunde gegeben, welche in ausseralpinem Muschelkalk bisher gemacht worden sind. Denselben anzureihen wären noch Chaetetes sp. aff. Recubariensis Schaur., welcher von Herrn Sandberger aus der Terebratelbank des unteren Muschelkalks der Gegend von Würzburg angegeben wurde, und die von Wissmann im Museo Münsteriano gesehenen, jedoch nicht näher beschriebenen ,ersten unzweifelhaften Korallen aus dem Muschelkalk". Herr Domainenrath Hopfgartner hat das Verdienst, den aufgeführten Arten seitdem zwei weitere hinzugefügt zu haben, welche von ihm gleichfalls im oberen Encrinitenkalke am Buchberge bei Donaueschingen gesammelt wurden, und welche derselbe in dankenswerther Weise dem Verfasser zur Untersuchung anzuvertrauen die Güte hatte. 1. Latimaeandra Hopfgartneri sp. n. Taf. IV, Fig. 1. Ein Stück theils oolithischen, theils schaumkalkartig porösen, zahlreiche Encrinus-Stielglieder und schöne Stylolithen führenden Kalksteins zeigt in einer etwa halbkugligen Vertiefung von 80 mm Breite und ca. 46 mm grösster Höhe den Abdruck einer Koralle (Fig. 1a), dessen einstiger, ohne Zweifel massiver Polypenstock nicht erhalten ist. Man beobachtet nämlich auf der Wandung des Hohlraums vielfach gewundene Vertiefungen, welche Höhenzüge aus radial gestellten Lamellen umgrenzen (Fig. 1a u. b), die nach unten sich durch Gabelung oder Einschaltung vermehren. Es scheint mir daher nicht zweifelhaft, dass die letzteren als Ausfüllungen von Interseptalkammern reihenförmig angeordneter Polypenkelche zu betrachten sind, deren trennende Kämme jene Vertiefungen verursachen.