Original paper

Ueber Grauwacken und Posidonomyenschiefer am Harz.

v. Groddeck, A.

Kurzfassung

Sie fragen in wie weit man berechtigt sei, die Clausthaler Grauwacke als ein besonderes Niveau in der Carbonformation, verschieden von Culmkieselschiefer und Posidonomyenschiefer einerseits, verschieden von der productiven Kohlenformation andererseits, eventuell als ein Aequivalent des millstone grit oder des flötzleeren Sandsteins in Westfalen hinzustellen, und theilen mir mit, dass Herr Beyrich zur Beantwortung dieser Frage die Entscheidung für wichtig erachtet, ob es möglich ist, die Posidonomyenschiefer kartographisch für den ganzen Oberharz als das Liegende der Grauwacke darzustellen, oder ob ein Alterniren von Posidonomyenschiefern und Grauwacke stattfindet. Es ist mir nicht bekannt, dass ein Alterniren der typischen Posidonomyenschiefer, wie sie z.B. bei Lautenthal vorkommen, mit, in dicken klotzigen Bänken abgelagerten, meist grobkörnigen Grauwacken, wie wir dieselben bei Wildemann in bedeutenden Steinbrücken jetzt aufgeschlossen sehen, irgend wo beobachtet ist. Dagegen muss ich hervorheben, dass Posidonomyen, beziehungsweise charakteristische Formen der typischen Posidonomyenschiefer, nicht allein in letzteren, sondern auch zwischen Kieselschiefern, in Kalken, in Quarziten (am Iberg) und, was hier besonders wichtig, auch in Thonschiefern vorkommen, die mit dünnen, wenige Centimeter mächtigen Bänken feinkörniger Grauwacke wechsellagern. - Diese Gesteine gehören natürlich sämmtlich zum Culm. Weiter geht nun aber aus dem Angeführten hervor, dass, obwohl die Culmschichten des Oberharzes petrographisch sehr verschiedenartig ausgebildes sind, die grobkörnigen, in mächtigen Bänken abgelagerten pflanzenführenden Grauwacken eine Sonderstellung einnehmen. Diese liegen unzweifelhaft höher als das durch Posidonomyen charakterisirte Culm und könnten daher möglicherweise dem flötzleeren Sandstein Westfalens entsprechen.