Original paper

Ueber den Mechanismus der Gebirgsbildung.

Baltzer, Armin

Kurzfassung

In einer kürzlich erschienenen Schrift über den ,Mechanismus der Gebirgsbildung" hat Herr Pfaff auch das Kapitel der Faltungen behandelt und dabei ein Glärnischprofil von mir reproducirt, um an einem in seinem Sinn abschreckenden Beispiel zu zeigen, wohin man mit Annahme solcher Faltungen komme. Erlauben Sie mir nun hierzu einige Richtigstellungen. Herr Pfaff sagt: ,Ich glaube, es bedarf keiner näheren Auseinandersetzung und nur eines Blickes auf diese Faltendarstellung, deren Verlauf in vollkommenem Einklang mit der von Baltzer gezeichneten steht, um sofort zu erkennen, dass die Annahme einer derartigen Verwickelung und Faltung eines Theiles eines Schichtensystems, das eine vollständige Loslösung von den tieferen Schichten und eine selbständige Bewegung, ohne eine entsprechende seiner Unterlage anzunehmen, nothwendig macht, und das Alles noch dazu durch einen blossen Seitendruck auf A erzeugt sein lässt, geradezu einen geologischen Wunderglauben verlangt. Den Thatsachen gegenüber, auch wenn sie noch so unerklärlich sind, muss jeder Zweifel verstummen, aber Theorien gegenüber, die neben den zu constatirenden Thatsachen, andere voraussetzen, ist jeder Zweifel berechtigt. Diese Faltungen gehören ganz entschieden in die letztere Abtheilung und sind nicht als Thatsachen der Beobachtung zu bezeichnen." Fangen wir gleich mit dem Schluss an, so kann er sich wohl nicht auf mich beziehen, denn ich habe in meiner Schrift die gerügten Faltungen nicht als beobachtete Thatsachen, sondern als Theorie hingestellt.