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Über Conglomerate aus der Glimmerschieferformation des Erzgebirges

Credner, Hermann

Kurzfassung

Herr Hermann Credner legte Handstücke derjenigen über Conglomerate aus der Glimmerschieferformation des Erzgebirges vor, welche neuerdings von A. Sauer sowohl in den Erläuterungen zu Section Elterlein der geolog. Specialkarte von Sachsen, als auch in der Zeitschr. f. d. ges. Naturw. Bd. LII. 1879. pag. 706 speciell beschrieben worden sind. Vielleicht mit in Folge der grossen geologischen Tragweite, welche die allgemeinere Anerkennung des Vorkommens echt klastischer Gesteine innerhalb der krystallinischen Schieferreihe haben würde, sind bei bereits früher geschilderten derartigen Vorkommnissen mehr oder weniger berechtigte Zweifel entweder an der wirklichen Zugehörigkeit der betreffenden Conglomerate zur Urschieferformation oder aber an der wahren Conglomerat-Natur der als solche aufgefassten Gebilde erhoben worden. In dem vorliegenhen Falle sind beide Möglichkeiten von vornherein, sowie bei wiederholten Revisionen der in Frage kommenden Profile in's Auge gefasst worden, so dass der Vortragende der Ueberzeugung Ausdruck geben kann, dass derartige Täuschungen hier ausgeschlossen sind. Dafür dürften auch die von ihm vorgelegten Handstücke sprechen, da sie unverkennbare Gerölle von Gneissen, Quarziten und Graniten, sowie von porphyrischen Mikrograniten in einer krystallinen Grundmasse z. Th. von ebenschieferigem Gneisse, sowie von feinkörnigem Gneissglimmerschiefer enthalten. Der Fundpunkt dieser Conglomerate liegt etwa 11 Kilometer südwestlich von Annaberg im Erzgebirge und zwar in der Mitte des Scheibenberges bei Crottendorf und am Hammerwerke von Obermittweida, also in einem archaeischen Gebiete, welches neuerdings eine sehr specielle kartographische Aufnahme und petrographische Untersuchung erfahren hat (- Section Elterlein). Dasselbe gehört dem SW.-Flügel der Annaberger Kuppel an. Das Innere dieser letzteren besteht aus Gneissen und zwar vorwiegend aus zweiglimmerigen Gneissen, auf welche concordant die Glimmerschieferformation folgt, um ebenfalls gleichförmig vom Phyllite überlagert zu werden.