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Augit-führende Gesteine aus dem Brockengranit-Massiv im Harz.

Lossen, K. A.

Kurzfassung

Ein Theil derselben gehört zu den von verschiedenen Autoren bald als Syenit, seltener als Diorit oder Hypersthenfels bezeichneten Gesteinen, welche die Ostseite jenes Massivs, etwa vom Wormkethal bei Schierke über die Hohne und quer durch das Dumkuhlenthal bis jenseits des Holzemmethals bei Hasserode, als Randzone umsäumen. Gerade diejenigen Autoren, welche Gesteine dieser Zone einer speciellen petrographischen, allerdings vorzugsweise chemischen Untersuchung unterzogen haben, Keibel und Fuchs, führen unter deren Bestandtheilen Augit nicht auf. Hausmann's Angabe eines sehr reinen Hypersthenfelses von der Hohne, d.h. unter Bezugnahme auf die von ihm gegebene Eintheilung, eines chloritfreien körnigen Diabases, hat bisher keinerlei Bestätigung gefunden und würde auch nur dann hier Berücksichtigung finden können, falls echter Hypersthenfels oder Gabbro, also der Granitformation structurell und geologisch nahe verwandte Gesteine, nicht aber der ältere, vom Granit nach Eruptionszeit und -art ganz verschiedene Diabas daselbst anstehend gefunden werden sollte. Dagegen findet sich bei Jasche eine von Fuchs ignorirte beachtenswerthe Aeusserung über den Syenit: ,Die Hornblende scheint in einigen Abänderungen durch Hypersthen ersetzt zu sein." Nach dem heutigen Standpunkt unserer petrographischen Kenntniss darf hierin ein frühzeitiger (1857!) Hinweis auf das Vorkommen von Augit-Syenit erblickt werden, richtiger auf das Vorkommen von Augit mit doppelter, prismatischer und pinakoidaler Spaltbarkeit neben Orthoklas. Dieser Hinweis ist aber um so interessanter, als derselbe wackere, in seinen Einzelbeobachtungen zu wenig gewürdigte Localforscher an einer anderen Stelle den ,Hypersthen und andere hornblendartigen Fossilien" aus denjenigen Granitabänderungen der Brocken-Gruppe aufführt, die er mit dem Harzburger Gabbro - zusammen freilich auch mit den schichtigen Granitcontactgesteinen und darum in eben nicht klarer Weise - als zu ein und derselben geologischen Formation, ,der Gabbroformation", gehörig bezeichnet hat, worauf weiterhin zurückzukommen sein wird.