Original paper

Über merkwürdige Gebirgsstörungen in der Nähe von Schmalkalden südwestlich vom Thüringer Wald

Bücking, Hugo

Kurzfassung

Was den Bau der Störungen anlangt, so sind dieselben aufzufassen als Längsspalten, an denen eine Verschiebung der Gebirgsschichten gegen einander stattgefunden hat, derart, dass auf der einen Seite der Verwerfung die älteren (Zechstein-) Schichten aufgerichtet, auf der anderen die jüngeren Gebirgsglieder (Wellenkalk) eingestürzt erscheinen. Der Vortragende machte darauf aufmerksam, wie geeignet solche Störungen sind, ein Bild von der ehemaligen Verbreitung auch der jüngeren, allmählich bis auf die wenigen, nur in dem Störungsgebiet erhalten gebliebenen Reste vollständig erodirter Schichtensysteme und dadurch einen Maassstab für die Grösse der Erosion in einzelnen Gegenden zu geben. Als Beispiel wird angeführt, dass die Menge des erodirten Materials für ein nur. 1 1/2 Quadratmeilen grosses Gebiet südwestlich von Schmalkalden sich auf mindestens 26,000 Millionen Cubikmeter belaufe, eine Masse, die gleichmässig ausgebreitet, eine Fläche von etwa 460 Quadratmeilen ein Meter hoch bedecken würde. Eine ausführliche Arbeit über diese Verhältnisse wird demnächst in dem Jahresbericht der geologischen Landesanstalt erscheinen.