Original paper

Ueber die Bildung von Erzgängen mittelst Auslaugung des Nebengesteins.

Sandberger, F.

Kurzfassung

Dem Wunsche des Herrn Stelzner in Freiberg entsprechend gebe ich hier eine Kritik des von ihm in der allgemeinen Versammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft in Baden am 26. September gehaltenen und pag. 644 ff. des XXXI. Bandes dieser Zeitschrift abgedruckten Vertrags, welcher die über die Bildung der Erzgänge aufgestellten Theorien behandelt. In erster Linie berührt der Verfasser den von mir in der Berg- und Hüttenmänn. Zeitung 1877 (S. 377-381 und 389-392), in dem Berichte der 50. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu München, dann in verschiedenen Notizen in dem Jahrbuch für Mineralogie und den Sitzungsberichten der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften zu München besprochenen Nachweis von Baryt, Fluor, Kupfer, Blei, Nickel, Kobalt, Wismuth, Arsen, Antimon, Zinn, Silber n. s. w. in Feldspath, Glimmer, Olivin, Hornblende und Augit aus krystallinischen Gesteinen aller geologischen Perioden. Er meint, dass sich noch bezweifeln lasse, ,ob diese Elemente den genannten Silicaten von Ursprung an und als chemische Bestandteile angehören oder ob sie jüngere Infiltrations-Producte sind, die sich auf Haarspalten angesiedelt haben". Ich habe als selbstverständlich angenommen, dass zu solchen Untersuchungen nur reines material verwendet werden dürfe und darum meinen Mittheilungen nicht jedesmal die Bemerkung beigefügt, dass die untersuchten Silicate zwar aus demselben Gesteins-Lager resp. -Stocke entnommen wurden, in welchem die Erzgänge aufsetzen, aber in Entfernungen von 1/4-2 Stunden von den Gangspalten selbst und dass sie sich bei mikroskopischer und chemischer Prüfung als frei von Kiesen, Zinnstein u. s. w. erwiesen haben. Da ich aber nicht verstanden worden bin, will ich dies hier ein für allemal ausdrücklich hervorheben.