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Beobachtungen an Aulacoceras v. Hauer.

Branco, Wilhelm

Kurzfassung

Alveolen ohne Scheide und Scheiden ohne Alveole, dem Genus Aulacoceras angehörig, pflegen in den Sammlungen reichlich genug vertreten zu sein; solche Exemplare dagegen, bei welchen die Alveole noch in ihrer Scheide sitzt, gehören wohl zu den Seltenheiten. Eines dieser Letzteren, der Münchener Sammlung angehörig, ist auf Tafel XX. dargestellt. Die Scheide dieses, als Aul. reticulatum v. Hauer bestimmten Stückes besteht im Innern aus weissem, krystallinischen Kalke, während sie aussen dunkel-rothbraun gefärbt ist. Die Alveole dagegen, sowie die später zu besprechenden fremdartigen Körper sind in einen rothen, dichten Kalk verwandelt, heben sich also scharf von der hellen Masse der Scheide ab. Die Spitze der Alveole ist nicht erhalten, ihre Stelle vielmehr durch denselben weissen, krystallinischen Kalk ersetzt, aus welchem gegenwärtig auch die Scheide besteht; es ist dies eine Erscheinung, welche bei Aulacoceras die Regel sein dürfte; denn an den in der Literatur abgebildeten Vertretern dieses Genus fehlt fast ausnahmslos die Spitze der Alveole zu einem grösseren oder kleineren Theile. Nur Huxley giebt die Zeichnung eines mit der kugeligen Anfangskammer versehenen Stückes. An dem hier zu betrachtenden Exemplare war bereits auf einer Seite der obere Theil der Aveole, um dieselbe sichtbar zu machen, künstlich freigelegt. Diese Stelle wurde von mir durch weiteres Absprengen der Scheide auf derselben Seite vergrössert und hierbei kamen zwei eigentümliche Körper, nämlich der auf der Alveole befindliche (A), sowie der unterhalb derselben liegende (B) zu Tage. Die Alveole sitzt mithin, wie die Zeichnungen beweisen, auch jetzt noch ihrer Länge nach zur Hälfte in der Scheide. Aus dem Gesagten ergiebt sich, dass die beiden Körper vor der Präparation ebenfalls, wie die Alveole, von der Scheidenmasse umgeben waren; und da nun ferner die Oberfläche der Scheide nirgends eingedrückt war, so folgt des weiteren, dass diese beiden Körper nicht etwa zufällig nach dem Tode des Thieres durch das Gewicht der aufliegenden Gesteinsmasse in die Scheide hineingepresst worden sein können.