Original paper

Ueber Basalt-, Diabas- und Melaphyr-Geschiebe aus dem norddeutschen Diluvium.

Klockmann, Friedrich

Kurzfassung

Durch Herrn Penck wurde zuerst der Nachweis gegenüber manchen Zweifeln geliefert, dass gewisse Basaltgeschiebe des Diluviums von Leipzig aus Skandinavien entstammen. Da die Feststellung des Heimathgebietes eines Geschiebes schon aus dem Grunde für die Erklärung des norddeutschen Diluviums werthvoll ist, als durch dessen Kenntniss die Richtung der Transportwege angedeutet wird, so möchte es nicht überflüssig erscheinen, wenn ich im Folgenden von einigen Basalten berichte, die, an ziemlich weit von einander entfernten Orten in Norddeutschland gesammelt, auf eine gemeinsame Abstammung hindeuten und ihren Ursprung sicher erkennen lassen. Es sind dies Geschiebe von vier Fundpunkten: Segeberg in Holstein, Schwerin in Mecklenburg, Eberswalde in der Neumark und Vorsfelde in Braunschweig. Die Stücke von Segeberg und Vorsfelde liegen in der Berliner Universitätssammlung, das von Eberswalde verdanke ich der Freundlichkeit des Herrn Remelé und das von Schwerin ist von mir an Ort und Stelle aufgenommen worden. Die vier Basaltgeschiebe, obwohl an so weit entfernten Orten gefunden, bieten sowohl in Bezug auf ihr äusseres Ansehen als auf ihre Mikrostructurverhältnisse und die Details der einzelnen Gemengtheile so viel Uebereinstimmendes, dass man sie von einem und demselben geologischen Vorkommen ableiten muss. Aus diesem Grunde sehe ich auch von einer gesonderten Beschreibung derselben ab. Es sind dichte, schwarze Gesteine mit eingesprengten kleinen Olivinen, die in ihrem Aeusseren ganz das Aussehen typischer Basalte tragen. Als Anzeichen der Zersetzung machen sich ganz vereinzelte, mit Zeolithen gefüllte Mandeln bemerkbar. Die Verwitterungsrinde ist rostbraun. Unter dem Mikroskop lassen sie ein durch grössere ausgeschiedene Olivine und Augite hervorgerufenes mikroporphyrisches Gefüge erkennen. Die eigentliche Grundmasse setzt sich aus Augit, Nephelin, Plagioklas und Magneteisen zusammen.