Original paper

Ueber völlig abgerundete grosse Gerölle als Spuren Riesenkessel-ähnlicher Auswaschungen.

Jentzsch, Alfred

Kurzfassung

Durch Ihre mir freundlichst zugesandte Abhandlung ,Ueber Riesentöpfe und ihre allgemeine Verbreitung in Norddeutschland" haben Sie mir eine besondere Freude bereitet, da sie auf das Vollkommenste den Anschauungen entspricht, zu welchen auch ich nach mehrjähriger Thätigkeit im Flachlande gelangt bin. Ihre Ansichten und Profile von Wapno und Uelzen lassen keinen Zweifel aufkommen. Dass auch Ost- und Westpreussens Pfuhle die gleiche Deutung herausfordern, mögen Ihnen folgende Zeilen beweisen, welche ich am 21. September 1879 in mein Notizbuch schrieb: ,SW. von Dirschau ragt bis 239' Höhe ein Rücken auf, ,der ganz aus Unterdiluvialsand zu bestehen scheint. Dieser ,ist ziemlich reich an Glaukonit und arm (doch nicht frei) an ,Geschieben. Unten am Ostabhang legt sich brauner Ge-,schiebemergel 4 M. mächtig, sichtlich darauf. Der Sand ist ,auch hier unten geschiebearm, mit vereinzelten Kieslagen. ,Auffällig sind die kleinen rundlichen kesselarti-,gen Löcher im Lehmgebiet am Fusse des Ostab-,hanges. Ganz ähnliche Reihen kleiner runder ,Miniaturseeen finden sich häufig im stark coupir-,ten Lehmterrain. Sind es vielleicht Vertreter der ,Riesentöpfe? Eine ähnliche Gegend ist u. A. diejenige ,des Dammufers bei Marienburg." Seitdem hat sich diese Anschauung mehr und mehr in mir befestigt und ist zur Ueberzeugung geworden, welche ich am 2. Januar 1880 in einem der hiesigen physikalisch-ökonomischen Gesellschaft gehaltenen Vortrage ,über Riesenkessel in Norddeutschland" aussprach resp. andeutete durch den Hinweis auf gewisse völlig abgerundete grosse Gerölle, welche sich in unserem Binnenlande bisweilen im Diluvium finden, und welche ich als Spuren Riesenkessel-ähnlicher Auswaschungen auffasste. Wir besitzen z. Z. 8 solche Gerölle, von denen 3 schon unter Ihrer Verwaltung der Sammlung einverleibt worden sind.