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Über einen Pentamerus vom Nordostrande des Harzes aus den westlich von Blankenburg

Halfar

Kurzfassung

Derselbe wurde dem Redner von Herrn Lossen gelegentlich der Ueberreichung seines Aufsatzes über den in dieser Zeitschrift Bd. XXXI. pag. 710, beschriebenen Pentamerus Hercynicus zur näheren Bestimmung freundlichst überlassen. Er erscheint als ein Steinkern und Hohldruck von der Schnabelgegend der grösseren Klappe und zwar in einem unreinen, dunklen, glimmerführenden Thonschiefer, der nach Herrn Lossen's gefälliger Mittheilung eine untergeordnete Einlagerung im Hauptquarzite des Unterharzes bildet. Vergleicht man das Stück mit der Abbildung 1. c. Fig. 4 Taf. XIX., welche ein etwa um ein Drittel grösseres Individuum des Pentamerus Rhenanus F. Rom. darstellt, so ist die auffallende Uebereinstimmung beider im allgemeinen Habitus gar nicht zu verkennen. Bei einer genaueren Besichtigung ergiebt sich ferner, dass der grosse schnabelförmige Steinkern, welcher zwischen den von der Schnabelschalenspitze ausgehenden beiden Zahnstützen zurückgelassen ist (d in Fig. 4b und d1 in Fig. 4), in Folge seiner Breite dieselbe grosse Divergenz und in Folge seiner Länge das gleiche Emporheben dieser Zahnstützen über die Höhlungen des Schaleninnern zu beiden Seiten des Medianseptum zeigt, wie dies gerade für Pentamerus Rhenanus so charakteristisch ist. Der durch den Steinkern ausgedrückte Umriss des Schaleninnern entspricht ferner völlig Formen, wie solche dem Redner aus der Vergleichung einer Reihe von Steinkernen genannter Species in dem paläontologischen Museum der Berliner Universität und in der Sammlung der königl. geologischen Landesanstalt bekannt geworden sind. Von irgendwie deutlichen Radialrippen im Schaleninnern ist auf dem vorliegenden Steinkern, der dem Versteinerungsmateriale entsprechend, rauh erscheint, ebenso wenig zu sehen, wie bei der überwiegenden Mehrzahl der beobachteten Steinkerne des Pent. Rhenanus, auf welchen nur ganz ausnahmsweise wenig deutliche, enge, schwach convergirende Radialrippen kenntlich werden. Dieser genannten, gerade sehr bezeichnenden Uebereinstimmungen wegen glaubt Redner annehmen zu müssen, dass das vorliegende Stück, obschon es nur in einem Fragmente erhalten ist, dennoch nicht anders als auf Pentamerus Rhenanus F. Rom. gedeutet werden könne.