Original paper

Über Versteinerungen aus dem Taunusquarzit und Pentamerus Rhenanus

Kayser, Emanuel

Kurzfassung

Herr Kayser verlas zunächst einige Stellen aus zwei an ihn gerichteten Briefen des Herrn G. De Tromelin (z. Z. in Montpellier), welche über die Lagerungsverhältnisse der bekannten westfranzösischen Kalke von Erbray, Néhou etc. neue Beobachtungen enthielten, die für die hercynische Frage sehr wichtig zu werden versprechen. Derselbe Redner legte sodann eine schöne Suite von Versteinerungen aus dem älteren oder sogen. Taunusquarzit des Hunsrück vor und knüpfte daran allgemeinere Bemerkungen über die Fauna dieser Stufe. Mit derjenigen des jüngeren Spiriferensandsteins (oder der Coblenzschichten) durch viele gemeinsame Arten verknüpft, erweist sich doch die Quarzitfauna durch eine Anzahl eigentümlicher, z. Th. noch unbeschriebener Formen als ein selbständiges Glied der unterdevonischen Schichtenfolge. Nicht immer an eigentliche Quarzite gebunden, sondern zuweilen auch in Grauwacken und Schiefern auftretend, ist die fragliche Fauna bereits nicht nur an zahlreichen Punkten im rheinischen Schiefergebirge nachgewiesen, sondern auch einerseits bis in's Altvatergebirge, andererseits bis in die belgisch-französischen Ardennen hinein verfolgt worden. - Ein den Inhalt des im Vorstehenden skizzirten Vertrages weiter ausführender Aufsatz soll demnächst im Jahresberichte der königl. geologischen Landesanstalt pro 1879 erscheinen. Schliesslich sprach derselbe noch sein Bedenken an der Richtigkeit der Bestimmung des durch Herrn Halfar in der letzten Sitzung vorgelegten, auf Pentamerus Rhenanus bezogenen Brachiopoden aus, da das betreffende Stück - ein kleiner Steinkern der Ventralklappe - wenn auch im inneren Bau an jene Art erinnernd, so doch weder in der Grösse, noch in der Form und Schalensculptur mit ihr übereinstimme.