Original paper

Radiolarien, Diatomaceen und Sphärosomatiten im silurischen Kieselschiefer von Langenstriegis in Sachsen.

Rothpletz, August

Kurzfassung

Von Nieder-Wiesa bei Chemnitz bis zum Zellaer Walde bei Nossen zieht sich ein silurischer Schichtenzug auf eine Erstreckung von ungefähr 3 geogr. Meilen hin, welcher aus Thonschiefern, Grauwacken, Kieselschiefern, Sandsteinen, Diabaslagern und Diabastuffen besteht, von denen bisher jedoch nur die Kieselschiefer sich als versteinerungsführend erwiesen haben. Bereits Freiesleben erwähnte 1828 den Graptolithus scalaris von Langenstriegis und Geinitz gab 1852 eine ausführliche Beschreibung und Abbildung der damals von da bekannten Arten, denen ich neuerdings noch einige Arten hinzufügen konnte. In nachstehender Tabelle sind dieselben zusammengestellt zugleich mit Angaben über das Vorkommen derselben Arten in den 2 Graptolithenhorizonten Frankens, wie solches von Gümbel angegeben wird. [...] Hiernach kann es keinem Zweifel unterworfen sein, dass die Graptolithen-führenden Kieselschiefer von Langenstriegis dem unteren und nicht dem oberen Graptolithenhorizonte Frankens entsprechen, somit auch wie dieser der untersten Etage des Obersilurs, resp. dem Mittelsilur angehören. Zu bemerken ist nur, dass der im unteren Horizonte Frankens verhältnissmässig seltene Monograptus sagittarius hier sehr häufig ist. Da bei meiner früheren Thätigkeit als Geologe der sächsischen Landesuntersuchung zwischen 1877 und 1880 auch dieser silurische Schichtenzug in das Bereich meiner Aufnahmen fiel, so liess ich im Frühjahre 1878 eine Anzahl von Dünnschliffen aus dem Kieselschiefer von Langenstriegis behufs petrographischer Untersuchungen anfertigen. Schon bei einer damals vorgenommenen, vorläufigen Durchmusterung dieser Schliffe war die grosse Menge mikroskopisch kleiner, rundlicher Gebilde mit verschiedenartiger Zeichnung und Gestalt in diesem fast ausschliesslich aus Quarz und Kohle bestehenden Gesteine auffallend, und es mussten dieselben an die ähnlichen, rundlichen Körperchen von 0,1 bis 0,3 Millim. Durchmesser erinnern, wekhe Richter in den Graptolithen-führenden Gesteinen Thüringens gefunden und als Ovarialkapseln von Graptolithen gedeutet hatte.