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Einige Beobachtungen über den Lochseitenkalk.

Pfaff, Fr.

Kurzfassung

In unmittelbarer Berührung mit den eocänen Thonschiefern der Glarner Alpen, über die ich mir vor Kurzem einige Mittheilungen zu machen erlaubte, findet sich ein eigentümlicher Kalkstein, der nach einer Lokalität, an der seine Eigentümlichkeiten mit am leichtesten beobachtet werden können, der sog. Lochseite am Anfange des Sernfthales, den Namen Lochseitenkalk erhalten hat. Zunächst sind es die Lagerungsverhältnisse dieses Kalkes, welche die volle Aufmerksamkeit verdienen und, wie es scheint, Escher vielfach beschäftigt, auch wohl mit zu der von Heim später so ausführlich entwickelten Theorie einer gewaltigen Doppelfaltung der Glarner Alpen wesentlich Veranlassung gegeben haben. Derselbe bildet, wie es Baltzer (der Glärnisch. S. 56) sehr passend bezeichnet, ein Kalkband, welches Eocän und Sernifit von einander trennt, weithin schon an den Bergabhängen sichtbar ist und bei meist sehr geringer Mächtigkeit, die gewöhnlich nur 1 - 3 Meter beträgt, dennoch sehr constant als eine ebene Platte auf dem Eocän sich darstellt. Schon Baltzer hebt auch die merkwürdige Thatsache hervor, dass eine so dünne ebene Kalkplatte auf so stark gewundenen Schiefern liege, und fügt hinzu: man fragt erstaunt, wie es möglich war, dass sie die gekrösartigen Biegungen des Eocäns nicht wenigstens in geringem Maasse mitmachte und dass auch die schiefrigen Sernifite sich nicht daran betheiligten. Er vermuthet dann, dass der hohe Thonerdegehalt der eocänen Schiefer ihre Geneigtheit zu Windungen erkläre, und dass Sernifit und Kalkstein, arm an Thonerde, schlecht zu Biegungen befähigt gewesen seien. Sie seien wohl auch, als die Gebirgsbewegung eingetreten sei, hart und starr gewesen und daher einfach verschoben worden. Der Kalk sei dabei besonders an den Contactflächen mechanisch stark metamorphosirt worden. Der letzteren Meinung schliesst sich auch Heim (Untersuchungen über den Mechanismus der Gebirgsbildung Th. I. pag. 112) an und kommt nach Aufführung einer Reihe von Thatsachen, die an ihm sich zeigen, zu dem Schlüsse: Aus diesen Gründen muss der Lochseitenkalk als jurassische Kalkbank und zwar als mechanisch reducirter Hochgebirgskalk angesehen werden.