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Ueber die Verwandtschaftsverhältnisse der fossilen Cephalopoden.

Branco, Wilhelm

Kurzfassung

Leopold Von Buch war es, welcher im Jahre 1832 zuerst die Ansicht vertrat, dass man die Goniatiten und Ceratiten nicht als dem Genus Ammonites ebenbürtige Geschlechter betrachten dürfe, sondern dass man in denselben lediglich zwei Gruppen der grossen Gattung Ammonites zu erkennen habe; Gruppen, welchen kein höherer Rang zukomme, als allen übrigen Gruppen, welche er bei den eigentlichen Ammoniten unterschieden hatte. Es gelang L. v. Buch nicht, dieser Anschauung allgemeine Geltung zu verschaffen, und so trat denn im Jahre 1866 Beyrich von Neuem für diese Sache ein. ,Wenn man" - so schrieb er - ,die Aufgabe verfolgt, den Zusammenhang geologisch älterer und jüngerer Ammoniten-Formen in einer naturgemässen Anordnung zum Ausdruck zu bringen, so wird man davon abstehen müssen, die Goniatiten und Ceratiten als gleichwerthige Geschlechter dem Genus Ammonites zur Seite zu stellen." Während nun von den Autoren, nach dem Vorgange von L. v. Buch und Beyrich, der mächtige Formencomplex der eigentlichen Ammoniten in eine Anzahl von Gruppen gegliedert wurde, welchen allen ja der gemeinsame Name Ammonites zukam, behielten doch die meisten Forscher zugleich auch die Ausdrücke Goniatites und Ceratites bei. Ein Umstand, durch welchen wohl die allgemeine Anerkennung einer derartig innigen Verknüpfung derselben mit den Ammoniten, wie sie v. Buch und Beyrich im Auge gehabt hatten, erschwert wurde. Erst als man in der Systematik der Ammoniten in neuerer Zeit Genera an die Stelle der alten Gruppen treten liess, da schwand, indem man das Genus Ammonites aufhob, die anscheinende Gegensätzlichkeit, welche immer noch zwischen den Namen Ceratites und Ammonites bestanden hatte. Nicht so aber war das der Fall mit den Goniatiten, welche nun, nach der Zerspaltung der Ammoniten in viele Genera, diesen Letzteren umsomehr als eine geschlossene, grosse, scheinbar fremdartige Formenmasse gegenüber stehen.