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Uebersicht der bisherigen Ergebnisse der vom Preussischen Staate ausgeführten Tiefbohrungen im norddeutschen Flachland und des bei diesen Arbeiten verfolgten Planes.

Huyssen

Kurzfassung

Der Zweck der Tiefbohrungen, für welche jährlich sehr ansehnliche Summen (jetzt 15000 Mark) durch unseren Staatshaushalts-Etat ausgesetzt werden, ist, diejenigen älteren Bildungen kennen zu lernen, welche die Grundlage des Alluviums und Diluviums und der in dem norddeutschen Flachland ebenfalls sehr verbreiteten und hier auch fast nur aus lockeren Massen bestehenden Tertiärformation ausmachen. Die Arbeiten sind nun seit 16 Jahren im Gange und haben, obschon sie noch lange nicht als abgeschlossen gelten können, doch schon manche wissenschaftlich und praktisch bedeutsamen Ergebnisse geliefert, über welche eine übersichtliche Mittheilung gemacht werden soll. Es ist das Verdienst des vorigen Herrn Oberberghauptmanns Krug Von Nidda, den wir die Freude haben hier unter uns zu sehen, dass er die Ausführung dieser Arbeiten angeregt und die Mittel dafür zu erlangen gewusst hat. Der grössere und zunächst hauptsächlich in den Bereich der Untersuchung gezogene Theil des zu untersuchenden Gebiets gehört zum Bezirke des Oberbergamts zu Halle, dessen Direktor zu sein ich die Ehre habe. So fand denn die Mehrzahl der Tiefbohrungen unter der Leitung dieses Oberbergamts statt, und kann ich hierbei die Erwähnung meines wackeren Mitarbeiters, des Herrn Geheimen Bergraths Cramer nicht unterlassen. Ueber den im Allgemeinen zu befolgenden Plan hatte ich vor dem Beginn der Arbeiten in Berlin mündlichen Vortrag zu halten. Bei der Bestimmung der Bohrstellen musste natürlicherweise von den vorhandenen Aufschlüssen festen Gesteins ausgegangen werden. Diese sind in der Provinz Brandenburg:[...]